Die Felsgravuren vom Lomo de la Fajana und Caboco de Belmaco

  Demnächst wird meine Interpretation über die Felsgravuren der Fundstätten El Lomo de la Fajana (EL Paso, La Palma) und über die Petroglyphen des größten Felsblocks vom Caboco de Belmaco (Mazo, La Palma) als Buch erscheinen.

Die Petroglyphen beider Fundstellen scheinen wichtige Landschaftselemente der Ureinwohner zu symbolisieren und somit könnte es sich tatsächlich um Felskarten der jeweiligen Region handeln.

 

The Star Clock – a quarter turn of the visible starry sky or 6 hours on our time scale, 90 degrees …

On the Nebra Sky Disc facing south we see our Winter Hexacon and a triangle constellation.On the Nebra Sky Disc facing south, two large constellations form a triangle and a star at the edge on the right, as well as from a hexagon and two stars on the upper edge are depicted.

 

 

 

 

On the Nebra Sky Disc facing north we see eight circumpolar star circling an invisible North Pole..

Looking north, eight circumpolar stars circle an invisible North Pole whose position on the Sky Disc is determined by three independent clues. The distances between the parallel circles of these stars proportionately fit the altitude angles of some of the brightest circumpolar stars.

The meridian is an imaginary great circle which runs through the North Pole and the South Pole; 90° to the horizon.

 

 

 

In the star clock three of the circumpolar stars discovered in the meridian are located almost vertically above one another, while at the same time the constellation from the Winter Hexagon with Deneb, and Vega at the northerly point, could be seen. Exactly six hours later two more circumpolar stars form an astral hand, when Altair had risen at the eastern point and thereby the triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky, while Procyon from the Hexagon was located near the western point, shortly before setting. Another six hours later the first astral hand reached his upper culminacion in the meridian and another six hours later the stars of the second hand had changed their places. Two astral hands in their lower and upper culmination.

One of two astral hands had reached his lower culmination on the meridian.
Six hours later respectively one star of another hand was standing on each side of the North Pole.
After another 90 dedrees sky turn the first reached his upper pinnacle.
And again after a quarter turn of the visible starry sky the second had turned, as well, while Procyon
was just rised and had reached the east point. This astral hand form an exactly 90° angle with Procyon in the east.

 

As the two stars Procyon and Altair moved parallel to the equinoctial line, one could see them performing a quarter astral course when they were positioned above the southern point.

Die Mechanik des Sternenhimmels in der Frühbronzezeit

   Der Sternenhimmel / 1. Herstellungsphase
Sterne stellen die Extremstellungen des Tierkreises und die 5, mit bloßem Auge sichtbaren, Planeten dar
Zwischen der Konstellation des Sechsecks und des Dreiecks vergehen exakt 6 Stunden.
5 Zirkumpolarsterne der Himmelsscheibe gehören zu einer Sternenuhr.
Fünf Zirkumpolarsterne bilden zwei Sternenzeiger, die im Abstand von exakt 6 Stunden im Meridian stehen.
Die Sterne der Himmelsscheibe zeigen 2 jahreszeitliche Kostellationen, 8 Zirkumpolarsterne, Sterne des Tierkreises und 5 Planeten.

Zusammenfassung der kompletten Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra

Die chronologische Recherche, so wie ich sie über Jahre erlebt habe, können Sie in den Beiträgen lesen oder auch über Titelleiste aufrufen, wo ich die Himmelsmechanik am ausführlichsten beschrieben. Bei Verständnisfragen bitte dort nachschauen.

An dieser Stelle folgt eine Kurzfassung meiner erweiterten Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra, was bedeutet, dass die bisherige anerkannte Interpretation ihre Gültigkeit behält:

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels und sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus der Frühbronzezeit. Sie wurde 1999 auf dem Mittelberg bei Wangen / Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden.
„Als ältestes mögliches Datum für die Herstellung der Himmelsscheibe erscheint uns der Beginn des 2. Jahrtausends, die Zeit der Mitteldeutschen Fürstengräber, plausibel. Die maximale Nutzungsdauer hätte etwa 400 Jahre, die minimale etwa 100 Jahre betragen. Unstrittig ist, dass die Himmelsscheibe zusammen mit den Beifunden um 1600 v. Chr. deponiert wurde.“ [1]

Materialkundliche Untersuchungen haben gezegit, dass die Himmelsscheibe mehrmals verändert wurde. Daher werden die verschiedenen Elemente fünf Herstellunsphasen zugeordnet.

Materialkundliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Himmelsscheibe mehrmals verändert wurde. Daher werden die verschiedenen Elemente fünf Herstellunsphasen zugeordnet.

 

 


Horizontnahe Sterne der HimmelsscheibeStellen wir uns gedanklich in die Mitte der Himmelsscheibe von Nebra, nehmen wir den Horizont als einen liegenden Kreis um uns herum wahr, an dem alle Gestirne auf- und untergehen. Die zwei goldenen Randbögen der Himmelsscheibe werden offiziell als Pendelbereiche der Sonnenauf- und Untergänge gedeutet und ihre Enden bezeichnen die Sonnenwenden. Auch die vielen Sterne der Tierkreisbilder scheinen, obwohl sie wie alle Fixsterne immer in Parallelbögen zueinander den Nordpol umkreisen, ähnlich am Horizont zu pendeln. Die zeitliche Reihenfolge ihres Erscheinens oder Untergangs kann dazu genutzt werden die Region der Bahnen von Sonne, Mond und Planeten zu beobachten. Die Ekliptik verläuft, als gedachte Linie, etwa mittig vor dem Tierkreishintergrund und sie ist die immer gleich bleibende wahre Bahn der Erde um die Sonne. Aber von der Erde aus gesehen erscheint sie, aufgrund der Neigung der Erdachse, als veränderliche Bahn der Sonne.

Die in der Zeichnung orange markierten Sterne, könnten die Sternenpaare anzeigen, die jeweils auch in den Nächten der Solstitien und Äquinoktien ungefähr zeitgleich gesehen werden konnten. Jeweils ein Stern aus dem Tierkreis zeigte den Anfang der Ekliptik auf der östlichen Seite an und ein anderer Stern das westliche Ende. Somit könnten Spica / Jungfrau + Hamal /WidderDie 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen. sowie Hamal / Widder + Zubenelgenubi /Waage die Hoch- und Flachstellungen des Tierkreises an den Sonnenwenden und Deneb Algedi / Steinbock + Regulus / Löwe sowie Castor / Zwillinge + Nunki / Schütze die östlichen und westlichen Schrägstellungen an den Tag-und-Nacht-Gleichen angezeigt haben.

Die fünf mittleren goldenen Sterne der Himmelsscheibe, hier grün markiert, stellen die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten dar, die entlang der Ekliptik ihre Bahnen ziehen.
Die beiden Inneren Planeten, Merkur und Venus, werden durch die zwei goldenen Sterne der Himmelsscheibe östlich der Sonne, in Horizontnähe dargestellt. Die drei Äußeren Planeten, Mars, Jupiter und Saturn sind auf der Himmelsscheibe zwischen Sonne und Mond, näher zum Mittelpunkt der Scheibe und somit weiter vom Horizont entfernt angebracht worden.

 

In der Mitte der Himmelsscheibe verläuft auch eine gedanklche Horizontlinie, von der wir in das südliche und nördliche Himmelsgewölbe schauen.

Auf der Himmelsscheibe von Nebra ist aber auch die dritte Dimension, der Bogenlauf einiger Gestirne in die Höhe, erfasst worden.
Blick nach Süden png
In dem vertikal halbierten südlichen Himmelsgewölbe fehlt noch die Zuordnung für die hier rot markierten Sterne. Je weiter die Sterne vom Horizont entfernt sind, umso nördlicher stehen sie sogleich schon wieder. Dies ist besonders zu erkennen, wenn die Gestirne am Meridian, dem Großkreis, der die Erde durch den Nord- und Südpol umrundet, ihre höchste Stellung erreichen.

Als erstes fallen dem Betrachter sieben eng beieinander stehende Sterne auf, die  nicht nur an die Plejaden erinnern, sondern in ihrer Formation auch ziemlich genau der Sternenkonstellation des Wintersechsecks entsprechen. Dabei scheint der Stern in der Mitte des goldenen Sechsecks einen Planeten zu symbolisieren, der nahe der Ekliptik (rote Linie), zwischen den sechseck Himmelskarte 2Tierkreisbildern Zwillinge und Stier, zu sehen ist. Das Sechseck wird gebildet aus: Capella / Fuhrmann, Pollux / Zwillinge, Aldebaran / Stier, Procyon / Kleiner Hund, Rigel / Orion und Sirius / Großer Hund, der die südliche Spitze bildet. – Bisher wird diese Sternenkonstellation den Plejaden zugeordnet.
Um 1950 v. Chr. hatte in Mitteldeutschland der Stern Procyon gerade die Nordsüdachse überschritten. Zeitgleich stand Vega / Leier genau im Nordpunkt und etwas weiter westlich, war direkt am Horizont Deneb / Schwan zu erkennen. Sie bildeten mit dem Sechseck eine, durch den Nordpunkt zeitlich exakt festgelegte, Nord-Süd-Konstellation.
(Auf einer Computerkarte wirken Sternbilder leicht verzerrt, da ein dreidimensionales Ereignis zweidimensional dargestellt wird.)
Großes Dreieck mit ProcyonGenau 6 Stunden nach der vorherigen Sternenkarte war Procyon gerade noch über dem westlichen Himmelsrand zu sehen, während zeitgleich gegenüber, nahe dem Ostpunkt, Altair / Adler aufgegangen war. Dieser Stern, bildete mit dem fast im Zenit stehende Arcturus / Bärenhüter oder Bootes, sowie dem niedrig im Südosten leuchtenden Antares / Skorpion ein recht großes Dreieck. Für nur einen kurzen Moment war somit eine größtmögliche Ost-West-Konstellation zu beobachten.
Die Bahn des Procyon zeigte (ebenso wie auch der Stern Altair und die Plejaden), für den nächtlichen Sternenhimmel der Frühbronzezeit, etwa die Halbierung der Himmelskugel und eine mittlere Zeitgrenze an. Der Großkreis des Himmelsäquators könnte demnach bekannt gewesen zu sein.

 

1. Phase Blickrichtung Norden png

In Blickrichtung Norden liegt der Nordpunkt gedanklich vor unseren Füßen und darüber umkreisen die Zirkumpolarsterne einen damals sternenlosen Nordpol.
Im Bereich der nördlichen Hemisphäre der Himmelsscheibe fehlt noch die Bedeutung1. Phase Blickrichtung Norden für die hier hellblau markierten Sterne.
Da über dem Nordpunkt der Nordpol liegt, ermitteln wir auf dem Fotoposter der Himmelscheibe [2] seine Höhe durch den Mittelpunkt der Kreisbahn des äußersten Zirkumpolarsternes 8, der den Meridian nur knapp über dem Horizont quert. Auch durch die anderen sieben Zirkumpolarsterne ziehen wir konzentrische Kreise.

alle ZirkumpolarsterneIn der Computerkarte sehen wir, dass die Lage der Sterne niemals mit den Positionen der Sterne der Himmelsscheibe übereinstimmt. Aber die ermittelten Sterne überschreiten den Meridian jeweils in Paaren zeitlich nahe nacheinander, und zwar die >ungeraden< vor den >geraden< Partnersternen. Wie auf der Himmelsscheibe!: 1 Kocab / Kl. Wagen + 4 Polaris / Kleiner Wagen, 3 Alkaid / Gr. Wagen + 2 η- Drache, 5 Etamin / Drache + 6 Alderamin / Kepheus, 7 Alphekka / nördliche Krone + 8 Vega / Leier.
Zu den hellsten Zirkumpolarsternen gehören ansonsten nur noch die anderen Sterne des Großen Wagens, sowie Arcturus.

Vermessen wir nun die einzelnen Abstände der eingezeichneten Kreislinien und vergleichen sie in ihrem Verhältnis zu den Höhenwinkeln der entsprechenden Sterne im Computerprogramm, stellen wir fest, dass diese Werte ziemlich gut übereinstimmen. Wenn wir Vega als Horizontstern definieren, folgen auch in der Computerkarte zweimal drei Sterne, die enger beieinander kreisen, etwa zwischen 6 bis 17 Grad und 29 bis 33 Grad, während Kocab auf etwa 44 Grad den Nordpol umrundet. Die Höhe des Nordpols über dem Horizont entspricht dem jeweiligen Breitengrad; hier 51 Grad.

Folgende Reihenfolge und eventuell Höhenwinkel der Sterne sollte man gekannt haben, wenn man in der Frühbronzezeit vom 51. Breitengrad in den Süden oder Norden reiste: Vega 2°; Alphekka 6°; Alderamin 11°; Etamin 17°; Polaris 29°; Alkaid 32°; η- Drache 33°; Kocab 44°; Nordpol 51°. Ein Reisender brauchte sich nur die Höhe des jeweils untersten hellen Zirkumpolarsterns für seinen Heimatort zu merken. Denn dieser gehörte, wenn er nach Süden reiste, bald darauf nicht mehr zu den Zirkumpolarsternen. Zudem könnten Alderamin in seiner oberen Kulmination oder auch Arcturus, aus der Konstellation des großen Dreiecks, am besten geeignet gewesen sein um als Zenitsterne die Heimatregion anzuzeigen.

 

Einige dieser ermittelten Zirkumpolarsterne standen gleichzeitig fast exakt unter dem Nordpol und bildeten SternenzeNordzeiger iger. Um 1950 v. Chr. waren in Mitteldeutschland zeitgleich 6 Alderamin auf nur 10,8° und 1 Kocab auf 43,6° in ihren unteren Konjunktionen zu sehen. Sie waren am besten geeignet, um die Nordrichtung festzustellen.
Eine solche zeitgleiche Kulmination wurde in Ägypten vermutlich schon um 2467 v. Chr. beim Bau der Pyramiden zur Bestimmung des Wahren Nordens genutzt, indem man die kürzeste Verbindungslinie durch zwei Zirkumpolarsterne lotrecht zum Horizont zog.

 

Zwischen den Meridiandurchgängen von zwei weiteren Sternenzeigern aus 8 Vega, 5 Etamin + 2 η-Drache, sowie 4 Polaris + 3 Alkaid vergehen jeweils genau sechs Stunden!   (Zeitweise ziehen sie wie alle Sterne auch unsichtbar am Tageshimmel und sie sind somit nur in bestimmten Jahreszeiten zu sehen!)
Sternenzeiger mit Sechseck im Süden1. Karte: Der Stern 8 Vega stand direkt im Nordpunkt und bildete mit 5 Etamin und 2 η- Drache einen Sternenzeiger. Gleichzeitig hatte das Sechseck gerade komplett den Meridian überschritten. –
Mit Hamal / Widder und Spica / Jungfrau in der West- und Oststellung erreichte kurz darauf der Tierkreis seine Hochstellung. Sternenzeiger 2

2. Karte: Wenn 4 Polaris und 3 Alkaid kulminierten, waren Procyon und Altair gerade etwa 3° über dem Horizont zu erkennen.
Der Stern Altair aus dem Adler gehörte zum Großen Dreieck, dass somit vollständig wurde. Sternenzeiger 3Spica hatte soeben den Meridian passiert.

3. Karte: 2 η- Drache, 5 Etamin und 8 Vega standen in ihren südlichen Kulminationen über dem Nordpol. Altair erreichte bald den Meridian und das Dreieck war kurz darauf komplett im westlichen Himmelsviertel zu sehen. Capella aus dem Sechseck war gerade aufgegangen, während Spica noch kurz vor dem Untergang, nach der Flachstellung des Tierkreises, zu erkennen war. Sternenzeiger 4

4. Karte: Wenn der Zeiger aus 3 Alkaid und 4 Polaris gleichzeitig unter dem Nordpol stand, war Procyon exakt über dem Ostpunkt zu sehen und alle drei bildeten einen rechten Winkel. –
Übrigens sind die beiden Goldplättchen für Polaris und das mehrfach belegte Symbol im Ostpunkt größer als die anderen Sterne der Himmelsscheibe!

An dieser Stelle wird deutlich, dass der Himmel insgesamt als dreidimensionales Gewölbe wahrgenommen wurde und nicht in den Blickrichtungen Norden und Süden getrennt beobachtet wurde. Die Nord- und Südansichten auf der Himmelsscheibe dienen lediglich dazu die vielen Informationen zu sortieren und verständlich darzustellen.

Betrachten wir den kompletten Nachthimmel zum Zeitpunkt eines Sternenzeigers über dem Nordpunkt fällt auf, dass wir die 1. und 2. Sternenkarte schon zuvor kennengelernt haben, als wir die großen Nord-Süd- und Ost-West-Konstellationen mit dem Sechseck und dem Großen Dreieck entdeckt hatten. Zu der Zeit hatten wir allerdings den Zirkumpolarsternen keine Beachtung geschenkt!

 

Wurde die Himmelsscheibe beerdigt weil die Sterne ihre Bedeutung verloren haben?
Der Schöpfer der Himmelsscheibe hatte den Mechanismus einer kompletten Sternenuhr entdeckt, die einen Tag theoretisch in vier gleiche Teile teilen konnte. Allerdings überstrahlte das Sonnenlicht je nach Tageslänge zwei oder auch drei Sternenzeiger.
In der längsten Nacht des Jahres, zur Wintersonnenwende, konnten die Sternenzeiger “Vega im Nordpunkt“ (1. Karte) und “Polaris unterhalb von Alkaid“ (2. Karte) beobachtet werden. Um die Frühlings-Tag-und Nacht-Gleiche sah man nur “Polaris unterhalb Alkaid“ (2. Karte), um die Sommersonnenwende nur den Sternenzeiger “Vega oberhalb des Nordpols“ (3. Karte) und zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche “Alkaid unterhalb von Polaris“ (4. Karte) und “Vega im Nordpunkt“ (1. Karte). – Ähnlich verhielt es sich auch mit den Extremstellungen des Tierkreises in der Nähe der Ekliptik.Alle 4 Sternenzeiger Sternenuhr

Alle Sterne vollziehen in etwa 23 Stunden und 56 Minuten einen vollen Kreis. Doch nur bei den Zirkumpolarsternen ist der >tägliche Umschwung< auch komplett zu sehen. – Alle anderen Sterne gehen jeden Tag 4 Minuten später im Osten auf und im Westen unter. – Ein Sternenzeiger wandert also täglich um etwa 4 Minuten (Sternenzeit) zu unserer Uhrzeit weiter. Beobachten wir den Nordhimmel, in unseren gemäßigten Breiten, in Abständen von etwa einer Stunde, erkennen wir zuerst, dass der Große Wagen und mit ihm alle Gestirne scheinbar einmal pro Tag entgegen dem Uhrzeigersinn um den Polarstern fährt. Für eine Viertelkreisbewegung vergehen genau 6 Stunden. – Verfolgen wir aber die Stellung eines Sternenzeigers immer etwa zur selben Nachtstunde im Laufe eines ganzen Sonnenjahres erkennen wir zwischen den Solstitien und den Äquinoktien auch immer eine Viertel Drehung.
Mit einer Sternenuhr, die den Nordpol als Zentrum hat, erkennt man also am einfachsten die Tages- und Jahresbewegung der Fixsterne. Und sogar schon in der Frühbronzezeit konnten die Astronomen an den Stellungen der ermittelten Fixsterne ausgezeichnet vier Viertel-Himmelsdrehung oder vier Viertel-Tageslänge ablesen!

Das ganz besondere an dieser Uhr war zudem, dass einige der in den 4 Himmelskarten ermittelten Sterne in direkter Horizontnähe standen. Dadurch öffnete sich jeweils ein größtmöglich definiertes >Himmelsfenster<, das in vielen Nächten nur für einen kurzen Moment sichtbar war!
Da sich durch die Präzession in einem gewissen Zeitraum besonders auffällig die Sterne in Pol- und Äquatornähe verschieben, konnte der Schöpfer der Himmelsscheibe von Nebra der Nachwelt einen ziemlich exakten Zeitpunkt hinterlassen, wann die Scheibe hergestellt wurde. Von 1950 bis 1600 v. Chr. hatten sich die vier definierten >Himmelsfenster< der Sternenuhr und ein Teil der Ekliptiksterne verschoben, wodurch die zeitliche Nutzungsdauer der Himmelsscheibe, die am Anfang dieses Artikels erwähnt wurde, bestätigt wird. Ebenso wurde der Nordzeiger in seiner Verwendung ungeeigneter. Somit könnten zum Zeitpunkt der Beerdigung der Himmelsscheibe die zeitlichen Erscheinungen und Beziehungen der Sterne, sowie deren möglichen Bedeutungen, schon nicht mehr genau zu den Sternensymbolen der Himmelscheibe gepasst haben.
Der helle Zirkumpolarstern Vega stand damals direkt im Nordpunkt auf nur etwa 0,03° Altitude und er könnte besonders schnell von einem Zirkumpolarstern zu einem unterläufigen Stern geworden sein. Ebenso könnte die Präzessionsbewegung auch bei Altair und Procyon aufgefallen sein, als sich ihre heliakischen Auf- und Untergänge zeitlich um einen Tag verschoben hatten.

Nun haben wir den goldenen Sternensymbolen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die entsprechenden Sterne zuordnen können, da die zwei großen Konstellationen sogar zusammen mit Sternenzeiger zu sehen waren, also mindestens 6 bis 10 Sterne gleichzeitig. Und auch den sternenlosen und daher unsichtbaren Nordpol haben wir definieren können und dieser wird nachfolgend noch zweimal durch andere Ergebnisse eindeutig bestätigt!
Die Ekliptiksterne, die Planeten, sowie Sonne und Mond, komplettieren die Kenntnis um die Himmelsmechanik!

Die Sterne der Himmelsscheibe zeigen 2 jahreszeitliche Kostellationen, 8 Zirkumpolarsterne, Sterne des Tierkreises und 5 Planeten.

 

Der Innen- und Außenradius der Sichel.

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Die beiden großen Goldelemente der Himmelsscheibe von Nebra zeigen widersprüchliche Aussagen, die vermutlich beabsichtigt sind, um mit nur zwei Symbolen alle sichtbaren Erscheinungsformen von Sonne und Mond aufzuzeigen.

Vergleich zweier Mondphasen anhand deren Innen- und Außenradien.

[3] Vergleich zweier Mondphasen anhand deren Innen- und Außenradien

1.) Die goldene Sichel könnte eine Mondsichel und die goldene Kreisscheibe den Vollmond oder die Sonne darstellen. Der Innenradius der goldenen Mondsichel passt zu der manchmal sichtbaren unbeleuchteten Seite einer 4,5 Tage alten Mondsichel, die in ihrer Größe dem vertrauten Vollmond entspricht und kurz nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen ist. Schon bei einer sechs Tage alten Sichel ist der Radius viel größer und elliptisch.

 

der große Schattenradius der Erde

[4] Mondfinsternis

2.) Da die Sichel größer ist als die Kreisscheibe könnte sie auf das besondere und seltene Ereignis eines sich verfinsternden Vollmondes, auf eine Mondfinsternis, hinweisen.
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt, wenn der Mond gerade im Osten aufgeht und die Sonne im Westen untergeht oder andersherum. Die Sonne steht also genau gegenüber vom Mond und die Erde steht (wir stehen) dazwischen. Also muss sich etwas vor das Sonnenlicht schieben, damit der Mond die Sonnenstrahlung nicht mehr reflektieren kann. Der aufziehende Mondschatten kann somit nur der Schatten der Erde sein, weil diese (mit dem Beobachter) mittig zwischen Sonne und Mond steht und diese ist dann rund!
Auf dieser Fotomontage sieht man im direkten Vergleich, wie riesig der Erdschatten (rechts) ist, und dass dieser nicht zum Innenradius der goldenen Sichel (links) passt.

Toltale Sonnenfinsternis mit sichtbaren gewordenen Planeten

[5] Sonnenfinsternis vom 31. August 1932

3.) Die Sichel hat vor allem auch Eigenschaften, die auf eine totale Sonnenfinsternis hinweisen.
Vollendet man den Außenradius der goldenen Sichel, ist dies die komplette Kreisform des Gestirns, egal ob Mond oder Sonne, und damit sind in jedem Fall die fünf dahinter befindlichen Sterne verdeckt!
“Das Foto zeigt die totale Sonnenfinsternis vom 31. August 1932, sowie die Planeten Jupiter, Merkur, Venus und Mars (von links nach rechts) am verdunkelten Taghimmel [5].“
Wie auf der Himmelsscheibe sind bei einer Sonnenfinsternis Gestirne sichtbar, die eigentlich unsichtbar sind!! Dieser Widerspruch hebt sich nur bei einer Sonnenfinsternis auf!

Der Zeitpunkt, wann in der Bronzezeit eine Finsternis eintrat, lässt sich aufgrund der ungleichmäßigen und unberechenbaren Erdrotation nicht genau bestimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fürst von Leubingen, der um 1942 v. Chr. beigesetzt wurde, auch eine zentrale Sonnenfinsternis gesehen haben könnte, ist aber durchaus gegeben.

Bei einer Sonnenfinsternis ist die verdunkelnde Mondscheibe etwa so groß wie die Sonne, da aber der Innenradius der goldenen Sichel viel größer ist, kann es sich doch nicht um eine Sonnenfinsternis handeln.

 

Prof. Wolfhard Schlosser hat erkannt, dass die randlichen Objekte der Himmelsscheibe von Nebra die Pendelbereiche der Sonne darstellen.

Die beiden randlichen Objekte der Himmelsscheibe von Nebra, von denen nur eines erhalten ist, deuten wir als sogenannte Horizontbögen, sie zeigen die Pendelbereiche der Sonne.[6]
Durch die Horizontbögen lassen sich laut Prof. Wolfhard Schlosser exakte Himmelsrichtungen festlegen, die alle unsere bisher ermittelt Richtungen vertauschen. Norden mit Süden und Osten mit Westen. Denn nun sind die Bewegungen des Taghimmels ergänzt worden.

2. Phase MondwendenHarald Gränzer hat festgestellt, dass „die beiden Horizontbögen jeweils an ihren beiden Enden durch deutlich lineare Abschlüsse begrenzt werden. Diese Begrenzungen weisen alle deutlich in eine einzige Richtung. Die einzige Ausnahme bildet der nördliche Abschluss des östlichen Bogens, der in drei linearen Begrenzungen abschließt.“ [7]
Dr. Norbert Gasch: „Jetzt zeigt sich, dass sich diese Randbögen auch anders interpretieren lassen, und zwar als Mondwenden. … Geht man indessen davon aus, dass die auffällige runde Markierung, allgemein als Sonne verstanden, das Zentrum der Betrachtung darstellt, wodurch man sich durch die Führung der oberen und unteren radialen Kanten der beiden Bögen auch veranlasst sehen kann, so ergeben sich zwei Winkel, die 109 und 66 Grad weit sind. Die mathematische Berechnung führt im Mittel zu einer geographischen Breite von 53,5 Grad, die refraktions- und parallaxenbereinigt etwa 52,6 Grad Nord ergibt.“ [8] Anmerkungen: Berechnungen der geographischen Breite können nur ein ungefähres Ergebnis liefern, da die Höhe des Horizontrandes mit eingerechnet werden muss. Doch bisher wissen wir nicht, wo die Himmelsscheibe von Nebra tatsächlich gefertigt wurde. Und diese Winkel der Mondwenden sieht man nur von 51. Breitengrad der Erde aus! Demnach symbolisiert die goldene Kreisscheibe nun die Erde!

Weitere Indizien sprechen dafür, sich die goldene Kreisscheibe auch als Erde vorzustellen: In einer Abbildung der Himmelsscheibe von Nebra kennzeichnen wir wieder die uns inzwischen bekannte Stelle des Nordpols und ziehen von dort eine Verbindungslinie zum Mittelpunkt der Kreisscheibe. Die wichtigsten astronomischen WinkelVom Mittelpunkt ausgehend tragen wir 51° vom Nordpol nach rechts ab und zeichnen die Horizontlinie. Von der anderen Seite des Himmelspols ermitteln wir 39° entfernt die Zenitlinie, die exakt mit einem Ende einer linearen Begrenzung des Horizontbogens zusammenfällt! Daran schließen sich drei 30°-Winkel an, die ebenfalls durch Verbindungslinien zur den Spitzen der Sichel oder deren Mittelpunkt begrenzt sind.
Der Viertelkreis mit den 30°- Segmenten erinnert an einen Quadranten, der zur Höhenmessung der Gestirne über dem Horizont genutzt wurde. Knicken wir nun gedanklich eine Abbildung der Himmelsscheibe an der Horizontlinie und falten den >dunklen Nachtbogen der Sonne< nach hinten weg, erhalten wir einen Querschnitt durch das Himmelsgewölbe. Wir blicken sozusagen nach Westen. Falten wir die Abbildung noch an der Zenitlinie (die nicht die Mittellinie des Halbkreises ist!) erhalten wir einen nahezu perfekten 90°-Kreis, der in drei 30°-Winkel unterteilt ist!
An diesem Modell wird sichtbar, dass die Astronomen offensichtlich einen 90°-Winkel in je 3x 30°-Winkel unterteilen konnten und sie verwendeten diese Winkel vermutlich sogar zur Höhenmessung!

 

3. Phase SonnenbogenDer nachträglich ergänzte Goldbogen könnte für den Jahreslauf der Sonne, mit den unterschiedlichen Tageslängen und Umlaufhöhen stehen: Die eingeschlagen kurzen Kerbstriche an den Längsseiten könnten Sonnenstrahlen andeuten. Und durch die zwei ins Goldblech eingeritzten parallel laufenden Linien entstehen drei Bögen, die von innen nach außen immer länger und dicker werden. Der Bogen vom unteren Rand bis zur ersten Linie könnte die niedrigen und kurzen Sonnentagesbögen des Winters, der mittlere Bogen die länger oder kürzer werdenden Tage bis oder von den Äquinoktien und der breiteste Bogen die langen Sommertagesbögen symbolisieren!

Der Jahreslauf der SonneUm die auffällig schiefe und asymmetrische Stellung des Sonnenbogens zu untersuchen stellen wir uns wieder in die Mitte der Himmelsscheibe und um uns herum ist der Horizontkreis. Der östliche Horizontbogen entspricht dem täglichen Sonnenaufgang, der Sonnenbogen dem Höchststand, die Kontur des fehlenden Horizontbogens dem Sonnenuntergang und der Rand ohne goldene Elemente, der Seite, an der niemals die Sonne zu sehen ist (der Nachtbogen der Sonne). – Wenn wir denselben vier Randbereichen die Jahreszeiten zuweisen erreicht der Sonnenbogen in der Mitte des Lochabschnittes >Sommer< seinen Höchststand. Ordnen wir diesen elf Löchern nun jeweils einen Monat zu, stellen wir fest, dass die Schiefstellung des Sonnenbogens in Bezug zur Lebensenergie auf der Erde gesehen werden könnte. Denn je mehr sich der Bogen dem Rand nähert, umso größer ist die Helligkeit und vor allem die Wärme oder Intensität der Sonne, in Bezug zu den entsprechenden Monatslöchern.


3. Herstellungsphase: Die versteckten Hinweise des SonnenbogensAußerdem enthält dieser Goldbogen weitere versteckte Hinweise und Beziehungen: So schneidet die Verbindungslinie zwischen seinen Enden den Meridian in unserem unsichtbaren Nordpol! Dies ist der 3. unabhängige Hinweis auf den Nordpol!

Und ein lineares Ende des Sonnenbogens zeigt wieder auf die Mitte der goldenen Kreisscheibe, während das andere Ende, so vermutet Harald Gränzer, auf den eigenen Mittelpunkt seines Außenkreises weisen könnte. Dieser Kreis und der Schattenradius der Sichel haben exakt den gleichen Durchmesser und die Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten bildet, mit der Geraden des Sonnenbogens, einen rechten Winkel.
Aufgrund dieser Auffälligkeit entwickelte Dr. Burkhard Steinrücken >Die dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra<: „Die mathematische Analyse der Form und Lage der Bildsymbole auf der Himmelsscheibe lässt auf eine erstaunliche Vielfalt von Symmetrien und geometrischen Prinzipien bei ihrer Gestaltung schließen. ….” [9]


Die Löcher, die in der letzten Herstellungsphase eingeschlagen wurden, könnten für Markierungen genutzt worden sein, um die Tage und Mondmonate eines Sonne-Mond-Jahres zu zählen. Sie sind durch die Horizontbögen in die Zahlengruppen 9, 11, 9, 10 eingeteilt.
Die Löcher am Rand der Himmelsscheibe könnten als Zählkalender genutzt worden sein.Wir legen für den nachfolgenden Zählkalender den Kalenderbeginn, wie heutzutage, auf den 1. Januar, da sich dieser Termin als am zutreffendsten herausgestellt hat. Am ersten Tag stecken wir eine rote Nadel in das erste Loch unten am noch vorhandenen Horizontbogen und zählen 29 Tage nach rechts ab (9, 11, 9). Da aber ein Monat 29,5 Tage hat, müssen wir zusätzlich mit einer blauen Nadel am unteren Rand den fehlenden halben Tag festhalten. Für einen ganzen Mondmonat stecken wir nun eine grüne >Monatsnadel< in das erste Monatsloch, links nach dem oberen Ende des goldenen Horizontbogens.
Jeden 2. Monat werden, nach 29,5 Tagen, die zwei blauen Nadeln der halben Tage entfernt und als zusätzlicher Tag gezählt. Der 2., 4., 6., 8. und 10. Monat hat also 30 Tage, wodurch die Lichterscheinungen des Mondes immer gleich bleiben. Es ist also auch möglich Vollmond, Halbmond oder Neumond im ersten Monat mit einer eigenen Markierung zu versehen, da sie für ein Sonnenjahr gültig bleiben und nicht weitergerückt werden müssen.
Auf diese Weise setzen wir die Nadeln weiter bis die Monatsnadel im elften Loch steckt und 6x 29 + 5x 30 Tage, also 324 Tage, vergangen sind. Unser 21. November wäre damit der Beginn des 12., des dunkelsten, Monats.
Da aber für den zwölften Monat kein Loch mehr in der Nähe des Sonnenbogens vorgesehen ist, müssen die 30 Tage und die 11 fehlenden Tage zum Sonnenjahr zusammen gezählt. Für diese 41 Tage bieten sich zwei Steckmöglichkeiten an. Entweder zählen wir die Monatstage zuzüglich des 30. Tags, wie gewohnt und ergänzen die 11 Monatslöcher als Tage. Oder wir verlängern gedanklich den zum Ende hin abgeflachten äußeren Kreisbogen des Sonnenbogens und treffen dieser Linie folgend auf das untere Ende des nicht mehr vorhandenen Horizontbogens. Dort zählen wir zuerst die 10 dunkelsten Tage am unteren Rand der Bronzescheibe in Richtung Sonnenaufgang, wandern 9 Tage lang den Morgendämmerungsbogen hinauf und beenden den Monat mit den 11 Tagen oberhalb des Sonnenbogens. Der letzte Tag der Mondmonate entspricht bei dieser Zählweise der Wintersonnenwende, von dem aus die 11 zusätzlichen Tage zum Sonnenjahr noch einmal beim Sonnenbogen gezählt werden. An diesen Tagen könnte die Vollendung des Jahres und der Sieg der Sonne über die Dunkelheit gefeiert worden sein. Sie können dem alten oder dem neuen Jahr zugerechnet worden sein, denn entweder begann das neue Jahr zur Wintersonnenwende oder am >1. Januar<.

Stonehenge könnten von Sonnen- und Mondanhängern, auch als gemeinsam genutzter heiliger Ort, zur Darstellung ihrer Kalendersysteme errichtet worden sein: Denn die Sarsensteine hatten bei ihrer Errichtung einen natürlichen rötlichen Schimmer, was auf einen Bezug zur Sonne hinweisen könnte. Die Blausteine stammen alle aus einem Quellgebiet und könnten, ebenso wie der grünliche Altarstein von der Küste, die Mondeigenschaften symbolisieren, da der Mond einen sichtbaren Einfluss auf das Wasser hat. –
Ein reines Sonnenjahr könnte an den 30 Sarsensteinen in ganzen Tagen eines aufgerundeten Monats gezählt worden sein. Ein reiner Mondkalender würde anhand der Erscheinungsform des Mondes gezählt, dann müsste man allerdings etwa alle 4 Jahre mit einem Schalttag einfügen. Ein gebundenes Mondjahr oder Lunisolarjahr könnte man auf verschiedene Methoden anhand der 60 Blausteine im Vollkreis gezählt haben. Dazu brauchte man beispielsweise nur die Öffnungen hin- und zurückzählen und zu den 354 Tagen die 10 Sarsensteine und den Altarstein ergänzen. Die Blausteine im Hufeisen könnten die großen oder kleinen Mondwenden anzeigen, die alle 18,6 Jahre stattfinden und am besten zum ganzzahligen Zählrhythmus von
9-10-10-9-9-10… passen (wie die Lochabschnitte auf der Himmelsscheibe). In diesem Rhythmus blieben auch die Finsterniserscheinungen von Sonne und Mond über einer bestimmten Visierlinie für etwa 300 Jahre nahezu gleich.

 

________________________________________
Quellen:
[1] Harald Meller (2005), “Der geschmiedete Himmel” – Harald Meller, Der geschmiedete Himmel und www.lda-lsa.de
[2] Juraj Liptak, Posterdruck, Druckhaus Schütze GmbH, Halle

[3] Antonio Cidadao, Fotos von Mondphasen, wiki.astro.com/astrowiki/de/Datei:Mondphasen.jpg
[4] Alexander Birkner, Foto einer Mondfinsternis, www.kernschatten.info/home.htm
[5] Robert Henseling, “Kosmische Heimat”, Verlag der Eiserne Hammer (1932?), Sonnenfinsternis 31. August 1932
[6] Harald Meller (2005), “Der geschmiedete Himmel” – Wolfhard Schlosser: Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen
[7] Harald Gränzer, Das goldene Tor der Ekliptik,www.analogika.info/nebra/interpret.html
[8] Norbert Gasch, Eine vollständige Interpretation, www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/himmelsscheibe-von-nebra/eine-astronomische-interpretation/
[9] Burkhard Steinrücken (2010), Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra. In: Harald Meller: Der Griff nach den Sternen – Internationales Symposium in Halle (Saale) 16. – 21. Februar 2005. Seite 935 – 945.

Die Himmelsscheibe von Nebra – Willkommen

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels. Sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus der Frühbronzezeit.
Im Januar 2012 wurde die Himmelsscheibe von Nebra durch einen Eintrag in das >Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter< geschützt, wodurch verhindert werden soll, dass sie Deutschland verlässt.
Im Juni 2013 hat die Unesco die Himmelsscheibe in das Register des Weltkulturerbes >Memory of the world< aufgenommen, da sie, laut dem Vorsitzenden des deutschen Nominierungskomitees, Joachim Felix Leonhard, zeigt, dass die Menschen in Mitteldeutschland schon in der noch schriftlosen Bronzezeit über exaktes Wissen kosmischer Zusammenhänge verfügten. „Was haben wir schon vor 4000 Jahren gewusst? Was können wir heute daraus lernen?“

Phase 1-5. Die Elemente des Nachthimmels werden später durch Symbole für den Taghimmel erweitert.

 

Sie ist nicht nur der bedeutendste Fund der Frühbronzezeit, sondern sie begeistert Menschen jeden Alters.
Professor Harald Meller schätzt, dass es inzwischen 300 bis 400 Interpretationen und Deutungen zur Himmelsscheibe gibt und jede ist anders.

Gibt es einen andern Gegenstand, der so viele Menschen anregt den Himmel kennen zu lernen oder schon bekannte Himmelserscheinungen in den Formen, Größen, sowie in Anordnung der goldenen Elemente zu suchen? Dabei wurde häufig auch in anderen Kulturen und Zeitepochen gestöbert, um Ähnlichkeiten oder mögliche Zusammenhänge zu finden und viel Wissen wurde gewonnen, vermittelt oder neu aufgefrischt.
Mit großer Leidenschaft und Geduld haben Menschen viele Wochen, Monate oder gar Jahre lang versucht der Himmelsscheibe von Nebra mögliche Geheimnisse zu entlocken. Dabei sind wunderbare Werke entstanden und der Schöpfer der Himmelsscheibe würde begeistert sein, wie viele Deutungsmöglichkeiten und Interpretationen er mit seiner Darstellung des Sternenhimmels hervorgerufen hat.

Von einer Besucherin des Landesmuseums in Halle erhielt ich kürzlich folgende Mitteilung: „Wir waren … im Museum Halle, das uns alle sehr beeindruckt hat. Der wissenschaftliche Mitarbeiter, der uns führte, bezeichnete die offizielle Erklärung zur Scheibe als „begründete Spekulation“. Das dürfte der Wahrheit sehr nahe kommen.“  Dann ist die folgende Interpretation mindestens ebenfalls eine begründete Spekulation, da sie der Wahrheit noch näher kommt.

Doch wenn wir uns die Harmonie der Sterne anschauen, wie sie auf ihren gleichmäßigen Bahnen von weiteren Kreisbahnen durchwoben werden und sich alles zu einem wunderbaren Miteinander verflechtet, dann können wir doch nur ehrfürchtig werden und Gott danken, dass wir den Himmel schauen durften.

Die Kreisgrabenanlagen, wie die von Goseck, Stonehenge und alle anderen Kreisanlagen der Jungsteinzeit und Frühbronzezeit waren vermutlich sakrale Orte, wo die Menschen dem Himmel nahe sein wollten. Denn alles Leben auf der Erde und auch alle Bewegungen am Himmel vollziehen sich seit Urzeiten in Kreisen und Kreisläufen. Vielleicht sollte die Himmelsscheibe gar nicht das astronomische Wissen aufzeigen, sondern dem Himmel ein Denkmal setzen, das ihm gebührt.

Das Wintersechseck und ein Planet

Die derzeitige Interpretation der sieben eng beieinander stehenden Sterne auf der Himmelsscheibe von Nebra  besagt, dass es sich um die Plejaden handele, die unter anderem seit dem Beginn der Jungsteinzeit für die Bestimmung des Zeitpunktes von Aussaat und Ernte von Bedeutung waren. Aber es könnte sich auch um eine Sechseck-Konstellation neben dem Meridian (der Nord-Süd-Linie) mit einem weiteren zentrumsnahen Stern handeln.

 

Wintersechseck mit einem äußeren Planeten

Größenverhältnis + Lage: Sechseck und Plejaden

In der Spitze von unserem sogenannten Wintersechseck sehen wir den Stern Capella aus dem Fuhrmann. Darunter folgen Pollux / Zwillinge und Aldebaran / Stier. Zwischen diesen beiden Tierkreisbildern verläuft, wie in der Computerkarte sichtbar, die Ekliptik, die dort als rote Linie dargestellt ist. In ihrer Nähe ziehen alle Planeten, der Mond und auch die Sonne ihre Bahnen. Der mittlere, siebte Stern ist demnach eher ein äußerer Planet und nicht der Stern Beteigeuze aus dem Orion.
Als nächstes sind darunter die Sterne Procyon / Kleiner Hund und Rigel / Orion zu sehen, während Sirius / Großer Hund die südliche Spitze bildet.

Da ein dreidimensionales Ereignis immer nur zweidimensional dargestellt werden kann, sind in dieser Computerkarte nur die Winkel zwischen den Sternen passend, während die Abstände zu Rand hin immer größer werden.

Durch die Winkel und die Stellung des Sechsecks im Süden wissen wir nun, dass die Himmelsscheibe von Nebra liegend (dann ging man um sie herum) oder senkrecht gehalten wurde (dazu drehte man sie je nach Blickrichtung, Süden oder Norden, um 180 Grad).

Mehr dazu: Horizontale Himmelsdarstellung + Die 7er Sternengruppe

Die 4 Extremstellungen des Tierkreises

1. Phase neuDie scheinbare Bahn der Sonne oder die Ekliptik verläuft in der Mitte des >Tierkreisbandes<. Sie verschiebt sich täglich zur selben Zeit betrachtet um vier Minuten,  wodurch man im Laufe eines Sonnenjahres an den vier >Jahreseckpunkten< auch ihre vier Extremstellungen beobachten kann.  

Diese Extremstellungen konnten, besser als an der Sonne (weil in vielen klaren Nächten und nicht nur an wenigen Tagen), anhand jeweils eines hellen, ungefähr zeitgleich sichtbaren Sternenpaares aus zwei Tierkreisbildern erkannt werden (hier durch orangene Linien verbunden).  Ein Stern zeigte im Osten den Anfang und ein Anderer das westliche Ende der Ekliptik an.
Um 1950 v.Chr. konnte i
n Mitteldeutschland in den Nächten um die Solstitien, in der Nähe der Visurpunkte der Sonnenauf- und Untergänge
am Horizont, entweder die östlich oder westliche Schrägstellung der Ekliptik, durch jeweils ein zeitgleich sichtbares südliches und nördliches Sternenpaar, diagonal gespiegelt, beobachtet werden: Deneb Algedi / Steinbock + Regulus / Löwe, sowie Pollux / Zwillinge + Nunki / Schütze.
An den Äquinoktien standen nachts zeitgleich je zwei helle Ekliptiksterne ziemlich genau über den Ost- und Westpunkten, sozusagen horizontal gespiegelt. Sie zeigen die Hoch- oder Flachstellung der Ekliptik an: Spica / Jungfrau + Hamal /Widder, sowie Hamal / Widder + Zubenelgenubi /Waage.

Somit symbolisieren diese Sternenpaare alle Extremstellungen des Tierkreises, die aber auch in anderen Nächten zu sehen waren.

 

Mehr dazu: Sterne in Ekliptiknähe

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten

Wenn der Schöpfer der Himmelsscheibe von Nebra nun darstellen wollte, dass ihm auch die fünf Wandelsterne in ihren Bewegungen aufgefallen sind, würde er diese wohl in der Nähe von Sonne und Mond platzieren, da sie immer in deren Bahnen zu sehen sind, sowie innerhalb der Extremstellungen der Ekliptik, die in dieser Zeichnung durch geraden Striche angedeutet sind.

1. Phase neuDie fünf mittleren goldenen Sterne der Himmelsscheibe, hier grün markiert, stellen die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten dar. Zwei goldene Sterne sind östlich der Sonne, zum Horizontrand zu sehen. – Dies passt zur Sichtbarkeit der inneren Planeten, Merkur und Venus. Da sie die Sonne auf ihrer kleineren Kreisbahn schneller als die Erde umrunden, stehen sie auch bei weitester gegenseitiger Entfernung immer im gleichen Himmelsviertel mit der Sonne und in unmittelbar benachbarten Tierkreisbildern. Von der Erde aus in Richtung Sonne geschaut pendeln sie scheinbar nur um diese und bleiben dabei immer in Horizontnähe.

Die drei anderen goldenen Wandelsterne sind zwischen Sonne und Mond, näher zum Mittelpunkt der Scheibe und somit höher am Himmel platziert worden.  – Da auch die Erde zu den Planeten gehört und sie, von der Sonne aus, der dritte Planet ist, umrunden Mars, Jupiter und Saturn die Sonne außerhalb der Erdbahn in größeren Radien. Da wir die Bahnen dieser äußeren Planeten >von innen< sehen, können sie niemals zwischen uns und der Sonne stehen. Sie beschreiben, wie Sonne und Mond, vollständige Kreisbahnen, durch die gesamte Ekliptik. Somit können sie auch um die Mitternachtsstunden hoch im Süden über dem Horizont stehen.

Mehr dazu: Die fünf Planeten

Sterne stellen die Extremstellungen des Tierkreises und die 5, mit bloßem Auge sichtbaren, Planeten dar

2x Procyon in genau 6 Stunden !

Wintersechseck, Deneb, VegaIn der rechten Computerkarte sehen wir wie, um 1950 v. Chr.  in Mitteldeutschland, das komplette Sechseck gerade die Nordsüdachse überschritten hat. Der Stern Procyon / Kleiner Hund war der letzte Stern dieser Konstellation, der den Meridian überquerte. Der helle Stern Vega aus dem Sternbild Leier stand genau im Nordpunkt. Ebenfalls am nördlichen Horizont, aber weiter westlich, war der helle Stern Deneb aus dem Schwan zu erkennen. Diese beiden Sterne sah man jedoch nur, wenn man sich umdrehte und den Blick nach Norden wandte. Sie bildeten mit dem Sechseck eine, durch den Nordpunkt zeitlich exakt festgelegte, Nord-Süd-Konstellation. Großes Dreieck mit Procyon
In der linken Karte ist ein recht großes Dreieck aus besonders hellen Sternen, zu sehen, das noch größer als das Wintersechseck ist. Es besteht aus dem Stern Altair / Adler, der nahe dem Ostpunkt steht und dem fast im Zenit stehenden Arcturus / Bärenhüter oder Bootes, sowie dem niedrig im Südosten leuchtenden Antares / Skorpion. Zudem steht dem Stern Altair der helle Stern Procyon / Kleiner
Hund gegenüber, so dass nur für einen kurzen Moment eine größtmögliche Ost-West-Konstellation zu beobachten war.

Betrachten wir nun beide Computerkarten, zum südlichen Bereich der Himmelsscheibe, sehen wir Procyon erst neben dem Meridian  und dann gerade noch über dem westlichen Himmelsrand. Für diesen Bogenlauf braucht Procyon auf die Minute genau 6 Stunden.Blick nach Süden png

Diese beiden großen Sternenkonstellationen sind auf der Himmelsscheibe von Nebra abgebildet.
.
.
.

Zwischen der Konstellation des Sechsecks und des Dreiecks vergehen exakt 6 Stunden.

Mehr dazu: Zwei große Sternenkonstellationen

Procyon zeigt den Himmelsäquator an

Um 1950 v. Chr. zeigte der komplette Ostwestbogenlauf des Procyon etwa die Halbierung der Himmelskugel, eine mittlere Zeitgrenze und er hatte etwa denselben Lauf wie der mittlere Tagesbogen der Sonne an den Tag-und-Nacht-Gleichen, an. Der Großkreis des Himmelsäquators scheint demnach bekannt gewesen zu sein.

Somit ist auf der Himmelsscheibe von Nebra der Himmelsäquator die vierte besondere und unsichtbare >Bogen-Linie< am Himmel, die dem Schöpfer der Himmelsscheibe bekannt war.  Doch die drei Linien, die sich durch die vier Extremstellungen des Ekliptikbogens ergeben und um die die Sonne, der Mond und die Planeten vor dem Tierkreishintergrund wandern, waren sicherlich die spannendsten.

Da an der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche vor allem die Sonnenauf – und Untergänge beobachtet wurden, war vermutlich auch bekannt, dass die Sonne an diesem Tag etwa unterhalb der Plejaden, im Tierkreisbild >Stier<, stand. Allerdings konnte man die Plejaden nicht sehen, da sie der strahlenden Sonne zu nahe standen. (Die lichtschwachen Plejaden sind laut Prof. Wolfhard Schlosser erst sichtbar, wenn diese 5° über und die Sonne 15° unter dem Horizont steht. Also Wochen vor der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche.)
Doch wenn die damaligen Sternenkundigen auch die Reihenfolge der hellsten und auffälligsten Sterne entlang des Großkreises des Himmelsäquators kannten (und eventuell auch etwa deren Abstände vermessen haben), könnten sie anhand dieser Sterne den Stern ermittelt haben, der an diesem Tag in direkter Sonnennähe stehen musste.
Somit könnte auch der Frühlingspunkt als Kreuzungspunkt der beiden Großkreise (Ekliptik und Himmelsäquator) bekannt gewesen sein.

Gibt es eine schönere Deutungsmöglichkeit für die goldenen Sterne auf der Himmelsscheibe, als diese, die den gesamten Himmel in all seinen unterschiedlichen Bewegungsabläufen darstellt?

Mehr dazu: Die Mittellinie des Sternenhimmels


Der Frühlingspunkt lag bei den Plejaden

Da der Sonnenauf- und Untergang am Frühlingsäquinoktium auf jeden Fall besonders beobachtet werden musste, wird aufgefallen sein, dass mit den ersten hellen Sternen Procyon aufging. Sein Winkelabstand zum Horizont betrug in dem Moment fast exakt 60° und er ging an derselben Stelle wie die Sonne unter. Die Sonne stand demnach an dem Tag im Himmeläquator, aber zusätzlich, wie immer in einem Tierkreisbild! Um diesen unsichtbaren Kreuzungspunkt von Äquator und Tierkreis genauer definieren zu können, musste man die Zeit von Sonnenuntergang bis Sternenaufgang ermittelten und reproduzieren können. Diese relativ kurze Zeitspanne lässt sich beispielsweise durch ein Lied oder eine andere routinierte gleichmäßige Tätigkeit eingrenzen. Wenn Procyon dann im nächsten Jahr etwa 70° über dem Horizont stand, wiederholte man die gleiche Tätigkeitseinheit und von der neuen Position des Sterns trug man mit dem Zirkel 60 Grad in Richtung Westen ab. Dort auf der anderen Seite des Zirkels, lag damals, etwas unterhalb der Plejaden, der sogenannte Frühlingspunkt.

Da dieser Punkt für viele astronomische Phänomene ungemein wichtig ist, liegt es nahe auch der Sternengruppe, die wir als Wintersechseck bestimmen konnten, eine Doppeldeutigkeit zu zustehen.
Denn die Bedeutung des mittleren Sternes als Planeten erscheint etwas gewollt, da doch die fünf Planten gesondert gezeigt werden.
Der 7. Stern sollte vermutlich eher auf den einzigen Sternenhaufen hinweisen, bei dem damals sogar der unsichtbare Frühlingspunkt lag! Außerdem waren die Plejaden in vielen Zeiten und Kulturen ein sehr bekanntes Sternbild. So markierten sie laut Wolfhard Schlosser um 1600 v.Chr. durch ihren tagesscharfen, letztmaligen Abenduntergang am 25. März und den erstmaligen Morgenuntergang am 31. Oktobehttp://3xprocyon.de/blog/wp-admin/post-new.phpr bäuerlicher Termine im Jahreslauf (Daten nach julianischen Kalender; Schlosser 2010). Und er hat auf die Möglichkeit hingewiesen, dass anhand der Plejadenstellung, ober- oder unterhalb des Sichelmondes, eine Mondfinsternis vorhergesagt oder mit Sicherheit ausgeschlossen worden sein könnte (Schlosser 2008). Rahlf Hansen erkannte in der Stellung der Plejaden neben der Mondsichel eine mehrfach verschlüsselte babylonische Schaltregel, die den Mond- mit dem Sonnenkalender synchronisierte.

Doch es ist unerklärlich warum die Plejaden auch das Siebengestirn genannt werden. Denn mit bloßem Auge kann man entweder nur sechs oder neun Sterne erkennen! Also stammt der Name Siebengstirn vielleicht aus der Frühbronzezeit? – Ähnlich könnte es sich mit dem Stern Vega verhalten, der auch den Namen Südstern trägt, obwohl er im Norden zu sehen ist

Die acht Zirkumpolarsterne

1. Phase Blickrichtung NordenAuf der Himmelsscheibe von Nebra liegt der unsichtbare Nordpol genau über dem Nordpunkt und seine Höhe ist durch den Mittelpunkt der Kreisbahn des äußersten, knapp über dem Horizont kreisenden, Zirkumpolarsternes (8) definiert. Von diesem Mittelpunkt aus, ziehen wir auch durch alle anderen sieben Zirkumpolarsterne Kreislinien.
Vergleichen wir nun die Abstände der (im maßstabgerechtem Poster der Himmelsscheibe) eingezeichneten Kreisbahnen, mit den im Computerprogramm >Stellarium< für 1950 v. Chr. angegebenen Höhenangaben der Sterne überm Horizont (Altitude), stellen wir fest, dass die Abstände ziemlich ähnlich sind. Nummerieren wir die acht Sterne entsprechend ihrer Entfernung vom Himmelspol, liegen die geraden Zahlen links und die Ungeraden rechts des Meridians.

alle ZirkumpolarsterneIn der Computer-Himmelskarte sehen wir, dass die Lage der Sterne niemals mit den Positionen der Sterne der Himmelsscheibe übereinstimmt. Aber die markierten Sterne überschreiten den Meridian jeweils in Paaren zeitlich nahe nacheinander, und zwar: 1 Kocab / Kl. Wagen + 4 Polaris / Kleiner Wagen, 3 Alkaid / Gr. Wagen + 2 η- Drache, 5 Etamin / Drache + 6 Alderamin / Kepheus, 7 Alphekka / nördliche Krone + 8 Vega / Leier.
Von den 4 Sternenpaaren überqueren zuerst die >ungeraden< Sterne 1, 3, 5 + 7 den Meridian; danach ihre Partnersterne 2, 4, 6 + 8, wie auf der Himmelsscheibe.

Folgende Reihenfolge und eventuell Höhenwinkel (Altitude) der Sterne sollte man gekannt haben, wenn man in der Frühbronzezeit vom 51. Breitengrad in den Süden reiste: Vega 2°; Alphekka 6°; Alderamin 11°; Etamin 17°; Polaris 29°; Alkaid 32°; η- Drache 33°; Kocab 44°; Nordpol 51°. Die Höhe des Nordpols über dem Horizont entspricht dem jeweiligen Breitengrad.
Ein Reisender brauchte sich nur die Höhe des jeweils untersten hellen Zirkumpolarsterns für seinen Heimatort zu merken. Denn dieser gehörte, wenn er nach Süden reiste, bald darauf nicht mehr zu den Zirkumpolarsternen.

Mehr dazu: Acht wichtige Zirkumpolarsterne

Zwei Sterne zur Nordpeilung

Zeitgleiche Kulminationen von Zirkumpolarsterne können auch zur exakten Ermittlung des wahren Nordens genutzt werden.

Astral hand to True NorthVon den acht Zirkumpolarsternen, die wir für der Himmelsscheibe von Nebra ermittelt haben, querten Alderamin (10,8°) und Kocab (43,6°), in ihren unteren Konjunktionen, fast gleichzeitig den Meridian.

Zudem war Alderamin in seiner oberen Kulmination am besten geeignet um den Zenit anzuzeigen. Er wäre somit als Heimatstern für die Region sehr geeignet gewesen. Denn mit zunehmender Entfernung, nach Süden oder Norden, eignet sich irgendwann ein anderer Zirkumpolarstern besser als Zenit- oder Heimatstern.

„… Die Ägyptologin Kate Spence von der University of Cambridge hat eine überraschend einfache Theorie vorgeschlagen, die – wenn sie stimmt – das genaue Jahr der Grundsteinlegung der Cheopspyramide liefern würde. In Nature beschreibt Spence ihre Idee: Den Schlüssel liefert ihr die bislang ebenfalls rätselhafte Ausrichtung der Pyramiden. Schon lange wundern sich die Archäologen darüber, wie exakt die pharaonischen Baumeister es verstanden, die Riesenbauten entlang der Nord-Süd-Achse auszurichten. So weicht die Westkante der Cheopspyramide weniger als ein Zwanzigstel Grad von der Richtung zum Nordpol ab. So genau ist kaum ein Magnetkompass – und der war im alten Ägypten noch lange nicht erfunden.
Die Architekten des Pharao mussten sich also an den Gestirnen orientieren.
Dabei nutzten sie die Tatsache, dass sich das Himmelszelt, von der Nordhalbkugel aus gesehen, in 24 Stunden einmal um den Himmelsnordpol dreht – jenen Punkt, auf den die nördliche Verlängerung der Erdachse zeigt. Heute ist es einfach, diesen Punkt zu finden, steht doch fast genau an dieser Stelle der hellste Stern des Kleinen Bären: Alpha Ursae Minoris, besser bekannt als Polarstern.
Die himmlische Richtung variiert mit irdischem Torkeln
Doch zur Zeit der alten Ägypter war das anders. Infolge einer langsamen Torkelbewegung der Erde wandert der Pol in 26 000 Jahren in einer großen Kreisbahn über den Himmel. Vor 4500 Jahren, als die pharaonischen Baumeister die Pyramiden „einzunorden“ hatten, befand sich am Himmelspol kein mit bloßem Auge sichtbarer Stern. Die alten Ägypter hätten Norden allenfalls als die Mitte zwischen der westlichsten und der östlichsten Position bestimmen können, die ein polnaher Stern im Laufe einer Nacht erreicht. Solche Messungen waren mit altägyptischen Mitteln tatsächlich möglich.
Hätten aber die alten Ägypter wirklich diese Methode verwendet, behauptet Kate Spence nun, dann wäre diese sicher mit der Zeit immer weiter verbessert worden – die jüngeren Pyramiden müssten also genauer eingenordet sein als die älteren. In Wirklichkeit ist es anders: Die große Pyramide des Cheops ist nicht nur exakter ausgerichtet als die seiner Vorgänger, sondern auch als die seiner Nachfolger Chephren und Mykerinos.
Seltsamerweise variiert die Genauigkeit exakt mit der Torkelbewegung der Erdachse. Kate Spence glaubt nicht an Zufall. Sie vermutet, dass die Ägypter nicht nur einen Stern beobachteten, sondern zugleich zwei: Die Sterne Beta Ursae Minoris (im Sternbild Kleiner Bär) und Zeta Ursae Majoris (im Großen Bären) lagen damals ungefähr auf einer Linie mit dem nördlichen Himmelspol – Norden war also dort, wo die Verlängerung ihrer Verbindungslinie in einer Nacht senkrecht auf den Horizont traf.
Doch nur im Jahre 2467 vor Christus lag der Himmelspol genau auf der Linie beider Sterne. Davor und danach verfehlten die Baumeister mit dieser Methode die exakte Nordausrichtung mit wachsendem Abstand zum Jahr 2467 vor Christus wird dieser Fehler immer größer. Aus der Abweichung der Cheopspyramide von der Nord-Süd-Achse kann man daher berechnen, wann genau sie eingenordet wurde: Im Jahr 2478 vor Christus – 70 Jahre später als bisher angenommen.“ [1]

Der Ägyptologe Robert G. Bauval veröffentlichte zu dieser Theorie: Er habe schon vor Kate Spence die Idee gehabt, dass der Kleine und Große Wagen zum Bau der Großen Pyramiden genutzt wurden. Für ihn waren sie außerdem noch die Zeiger einer Sternenuhr. Denn zusätzlich zu Kocab und Mizar, ging etwa 26° südlich vom Ostpunkt, zeitgleich der Stern Rigel aus dem Orion auf und diese große Konstellation sei eine Sternenuhr. Die Ägypter konnten an dem nördlichen Sternenzeiger erkennen, wann der Stern Zeta Orionis >geboren< wurde. [2]

An dieser Stelle fällt auf, dass auf der Himmelsscheibe der versetzte Stern im Ostpunkt und auch der goldene Stern, für den wir Polaris ermitteln konnten, die beiden einzigen größeren Sternenscheiben sind. Dies ist vielleicht ein versteckter Hinweis sein. Denn wenn Polaris die obere, südliche Kulmination erreichte war zeitgleich, diesmal genau im Osten, wieder einmal Procyon aus dem Wintersechseck zu sehen.

______________________________

[1] www.zeit.de/2000/47/cheops%27_Kompass/seite-3  Ulf von Rauchhaupt
[2] www.robertbauval.co.uk The starclock of URSA MAJOR AND URSA MINOR

3x Procyon und eine Sternenuhr

Fünf Zirkumpolarsterne bilden zwei Sternenzeiger, die im Abstand von exakt 6 Stunden im Meridian stehen..
Auf der Himmelsscheibe von Nebra sind der versetzte Stern im Ostpunkt und der goldene Stern, für den wir Polaris ermitteln konnten, die beiden einzigen größeren Sternenscheiben.
Denn, wenn in der Himmelskarte 4 Polaris / Kleiner Wagen in der oberen, südlichen Kulmination stand, bildete er mit 3 Alkaid / Gr. Wagen einen Sternenzeiger und genau im Osten war zeitgleich wieder einmal Procyon zu sehen (siehe nachfolgende 4. Himmelskarte) !
Auch drei weitere, der ermittelten, Zirkumpolarsterne (2 η- Drache, 5 Etamin / Drache + 8 Vega / Leier) bildeten annähernd einen Sternenzeiger über dem Nordpol.
Verfolgen wir den zeitlichen Ablauf dieser beiden Sternenzeiger vergingen zwischen den vier Stellung jeweils genau 6 Stunden oder 4x 1/4 Himmel. Und sie sind ein Teil unseren Konstellationen mit dem Sechseck oder Dreieck.
Alle 4 Sternenzeiger Sternenuhr Der Schöpfer der Himmelsscheibe hatte den Mechanismus einer kompletten Sternenuhr entdeckt, die einen Tag theoretisch in vier gleiche Teile teilen konnte. Allerdings überstrahlte das Sonnenlicht je nach Tageslänge zwei oder auch drei Sternenzeiger, so dass manchmal nur ¼ Himmelsdrehung beobachtet werden konnte.

Dem Stern Procyon können wir 3x verschiedene goldene Sternensymbole eindeutig zuordnen:
Procyon ist e
inmal kurz nach seinem Aufgang im Osten (großes Goldelement als der Teil Sternenuhr), einmal kurz nach seiner Kulmination neben dem Meridian (im Wintersechseck) und einmal kurz vor seinem Untergang im Westen (gegenüber der Dreieckkonstellation) dargestellt, obwohl wir dem östlichen Symbol schon zuvor einem anderen Stern zuteilen konnten! Demnach ist hier eine Mehrfachbelegung gegeben und dies ist dann auch für andere Element nicht auszuschließen!

Nun hatten wir im Beitrag zuvor den Sternenzeiger zur Bestimmung des wahren Nordens, aus zwei der acht Zirkumpolarsterne der Himmelsscheibe, kennengelernt. Zur Sternenuhr gehören weitere fünf Sterne und somit haben wir nur für den Stern Alphekka, aus der nördlichen Krone, bisher noch keine Bedeutung gefunden.

Mehr dazu: Eine komplette Sternenuhr

 

Das Himmelskreuz

Himmelskreuz hellblauBei dem Sternenzeiger, mit Vega 8 direkt im Nordpunkt, schlängelte sich, um 1950 v. Chr., das hier rosa eingezeichnete Sternbild Drache, mit den Sternen 5 + 2, um den unsichtbaren Meridian, der in dem Nordpunkt entsprang. Der >Kastenstern< Dubhe aus dem Großen Wagen lag oberhalb des Nordpols ebenfalls etwa auf der Himmelsachse. Dieser lange Sternenzeiger bildete mit dem anderen Sternenzeiger aus Polaris 4 und Alkaid 3, der sechs Stunden davor und danach im Meridian stand, etwa einen rechten Winkel. Und in ihrem Kreuzungspunkt befand sich der Nordpol !
Dies ist das Uhren- und das Himmelskreuz!
Diese Konstellation aus 6 Sternen erinnert an ein Kreuz, das in manchen jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Steinzeichnungen zu finden ist, sowie an Darstellungen der altnordischen Weltenesche Yggdrasil oder der germanischen Weltensäule Irminsul.

Die heutigen Namen der goldenen Sterne

Der Schöpfer der Himmelsscheibe war in Mitteldeutschland, um 1950 v. Chr., also der erste nachweisliche Astronom (griech. astron = Stern; nemein = benennen), denn, um das Wissen der Scheibe zu vermitteln, waren auch mündliche Erklärungen nötig und daher hatten die hellsten Sterne sicherlich auch Namen.

Und so würden die goldenen Sterne der Himmelsscheibe von Nebra heute heißen:

Die Sterne der Himmelsscheibe zeigen 2 jahreszeitliche Kostellationen, 8 Zirkumpolarsterne, Sterne des Tierkreises und 5 Planeten.„2750 v. Chr. herrschte König Gilgamesch über Uruk, die erste Großstadt der Geschichte, mit 25.000 Einwohnern. Der Herrscher der Stadt war zugleich ihr oberster Priester, der das Leben aller durch einen Kalender regelte. Dem einfachen Volk genügte vorerst der Mond als Zeitweiser, und wenn es an der Zeit war, den Göttern zu danken oder sie um neue Wohltaten zu bitten, sagten es ihnen die Priester. Sie beschäftigten sich besonders mit dem Geschehen am Himmel und wussten bereits um 2500 v. Chr., dass Sonne, Mond und Planeten auf geschlossenen Bahnen durch den Tierkreis ziehen. Die vier Jahreseckpunkte konnten sie sowohl mit dem Schattenstab, dem Gnomon, als auch aus der Stellung der Gestirne bestimmen. Ihre geheimes Wissen notierten sie auf tausenden Keilschrifttafeln, die unter anderem einen Katalog von 66 Gestirnen und eine Omensammlung mit etwa 7000 Vorzeichen enthalten.“ [1]

[1] Hans Lenz (2005), „Universalgeschichten der Zeit“, Kalender

Mehr dazu: Jedem goldenen Stern entsprechen ein bis drei >echte< Sterne

Kreuzweise angeordnete Symbole

„Vergleicht man die Funde aus der Frühbronzezeit mit der Kombination der Objekte aus Nebra, so fällt eine enge Übereinstimmung mit dem mehr als 300 Jahre älteren Fürstengrab von Leubingen auf. Dieser weithin sichtbare Großgrabhügel befindet sich etwa 30 Kilometer entfernt vom Fundort der Himmelsscheibe.“ [1]
„Der Fürst von Leubingen wird auf Grund der Schmiedeutensilien, die seinem Grab beilagen, mit der Bronzeverarbeitung in Verbindung gebracht. Sein Todesjahr: 1942 v. Chr. Dieser Mann hatte die Kenntnisse oder Fähigkeiten die Himmelsscheibe von Nebra herzustellen oder herstellen zu lassen.“
[2]

Abb. 1: Die Grabkammer im Leubinger Fürstenhügel

Abb. 1: Die Grabkammer im Leubinger Fürstenhügel

Die Bestattung in diesem Grabhügel wurde von Prof. Dr. Friederich Klopfleisch (1877) folgendermaßen beschrieben:
„In der Längenrichtung von Süden nach Norden lag in der Mitte des Dielenfußbodens ein menschliches Skelett ausgestreckt, das von einem Greise herrührte. Quer über der Mitte oder Hüftgegend dieses Skeletts lag kreuzweise ein anderes,  das von einem jugendlichen Individuum im Alter von etwa 10 Jahren herrührte, . . .  .
An derselben Stelle wie diese Dolchstabklinge, mit ihr gekreuzt, lag
eine Dolchklinge, und weiter oberhalb,  schon nahe dem rechten Knie fand sich noch ein Paar gekreuzter Dolchklingen.

Abb. 2: gekreuzte Gewandnadeln

Abb. 2: gekreuzte Gewandnadeln

Die goldenen Gewandnadeln hingegen lagen, über der Kreuzungsstelle mit dem kindlichen Skelette, also über der Hüftgegend, auf den gekreuzten Körpern der Hauptrichtungen.“ [3]

Für die kreuzweise bestatteten Menschen und die drei gekreuzten Grabbeigaben könnte man, aufgrund der Erkenntnisse aus der Himmelsscheibe von Nebra, folgender astronomischen Interpretation kommen: Die Menschen könnten die durch den Beobachter verlaufenden Nordsüd- und Ostwestlinien, die vier Haupthimmelsrichtungen, symbolisieren. Die beiden gekreuzten Dolchpaare könnten beispielsweise einmal für den Ostwestbogen des Himmelsäquators und die Zenit-Linie, sowie ein anderes mal für die Hoch- und Flachstellung des Tierkreises beiderseits der Ekliptik mit den Tag-und-Nacht-Gleichen stehen. Die diagonal gekreuzten Gewandnadeln könnten die westliche und östliche Extremstellung des Tierkreises mit den Sonnenwenden anzeigen.


[1] Harald Meller (2005), „Der geschmiedete Himmel“ – Harald Meller: Der Körper des Königs
[2] www.terra-X-zdf.de: Herr der Himmelsscheibe
[3
] Prof. Dr. Höfer, Wernigerode (1906), „Jahresschrift für die Vorgeschichte der sächsisch-thüringischen Länder, 5. Band, Der Leubinger Hügel“
Abb. 1 + 2: Ernst Probst (1996), „Deutschland in der Bronzezeit“

Mehr dazu: Die Grablegung des Fürsten von Leubingen

Sonne und Mond

Der Innen- und Außenradius der Sichel.Die beiden großen Goldelemente auf der Himmelsscheibe von Nebra zeigen widersprüchliche Aussagen, die beabsichtigt sind, um nur mit zwei Symbolen alle sichtbaren Erscheinungsformen von Sonne und Mond aufzuzeigen.

 

Mondfinsternis Sichel

[1] Zwei Mondsicheln

1.) Die goldene Sichel könnte eine  Mondsichel zeigen und die goldene Kreisscheibe könnte den Vollmond oder die Sonne darstellen.
Der Innenradius der goldenen Mondsichel passt zu der manchmal sichtbaren unbeleuchteten Seite einer 4,5 Tage alten Mondsichel, die in ihrer Größe dem vertrauten Vollmond entspricht und kurz nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen ist. Schon bei einer sechs Tage alten Sichel ist der Radius viel größer und elliptisch. Bei Halbmond wird die Schattenlinie dann zu der Geraden eines Halbkreises. 

der große Schattenradius der Erde

[2] Mondfinsternis

2.) Da die Sichel größer ist als die Kreisscheibe könnte sie auf das besondere und seltene Ereignis eines sich verfinsternden Vollmondes, auf eine Mondfinsternis, hinweisen.
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt, wenn der Mond gerade im Osten aufgeht und die Sonne im Westen untergeht oder andersherum. Die Sonne steht also genau gegenüber vom Mond und die Erde steht (wir stehen) dazwischen. Der Verfinsterungsschatten des Mondes hat also nichts mit dem unbeleuchteten Teil des Mondes zu tun, da der Vollmond zuvor komplett beleuchtet ist. Also muss sich etwas vor das Sonnenlicht schieben, damit der Mond die Sonnenstrahlung nicht mehr reflektieren kann. Der aufziehende Mondschatten kann somit nur der Schatten der Erde sein, weil diese (mit dem Beobachter) mittig zwischen Sonne und Mond steht, und diese ist dann rund!
Auf dieser Fotomontage sieht man im direkten Vergleich, wie riesig der Erdschatten (rechts) ist, und dass dieser nicht zum Innenradius der goldenen Sichel (links) passt.

Toltale Sonnenfinsternis mit sichtbaren gewordenen Planeten

„Das Foto zeigt die totale Sonnenfinsternis vom 31. August 1932, sowie die Planeten Jupiter, Merkur, Venus und Mars (von links nach rechts) am verdunkelten Taghimmel.“ [3]

3.) Die Sichel hat vor allem auch Eigenschaften, die auf eine totale Sonnenfinsternis hinweisen.
Vollendet man den Außenradius der goldenen Sichel, ist dies die komplette Kreisform des Gestirns, egal ob Mond oder Sonne, und damit sind in jedem Fall die fünf dahinter befindlichen Sterne verdeckt! (Wenn der Innenradius der Sichel den Schattenverlauf einer Mondfinsternis zeigen soll, sind sogar 10 Sterne in dem Moment unsichtbar.)
Wie auf der Himmelsscheibe sind bei einer Sonnenfinsternis Gestirne sichtbar, die eigentlich unsichtbar sind!! Und dieser Widerspruch hebt sich nur bei einer Sonnenfinsternis tatsächlich auf!

Der Zeitpunkt, wann in der Bronzezeit eine Finsternis eintrat, lässt sich aufgrund der ungleichmäßigen und unberechenbaren Erdrotation nicht genau bestimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fürst von Leubingen, der um 1942 v. Chr. beigesetzt wurde, auch eine zentrale Sonnenfinsternis gesehen haben könnte, ist aber durchaus gegeben.
≠ Bei einer Sonnenfinsternis ist die verdunkelnde Mondscheibe etwa so groß wie die Sonne, da aber der Innenradius der goldenen Sichel viel größer ist, kann es sich doch nicht um eine Sonnenfinsternis handeln.

Bei allen drei Möglichkeiten ist bisher nicht zu erklären, warum die Sichel einen größeren Durchmesser hat als die Kreisscheibe! Obwohl die visuelle Größe der Mond- und Sonnenscheibe nahezu gleich groß (1/2 Grad) ist, ist die goldene Sichel ungefähr 25% größer dargestellt worden.


[1] Antonio Cidadao, Fotos von Mondphasen, wiki.astro.com/astrowiki/de/Datei:Mondphasen.jpg
[2] Alexander Birkner, Foto einer Mondfinsternis, www.kernschatten.info/home.htm
[3] Robert Henseling, „Kosmische Heimat“, Verlag der Eiserne Hammer (1932?),
Sonnenfinsternis 31. August 1932

Mehr dazu: Die zwei großen Goldelemente 

Die Sonnen- und Mondwenden und die Horizontbögen

 Die beiden randlichen Objekte der Himmelsscheibe von Nebra, von denen nur eines erhalten ist, deuten wir als sogenannte Horizontbögen, sie zeigen die Pendelbereiche der Sonne. Hält man die Scheibe horizontal, so bezeichnet der rechte Bogen den Bereich, innerhalb dessen die Sonne während eines Jahres aufgeht: am oberen Rand am 21. Juni und am unteren Rand am 21. Dezember. Entsprechendes gilt für die linke Seite, die Seite der Sonnenuntergänge.“ [1]
2. Phase MondwendenDurch die Horizontbögen lassen sich laut Prof. Wolfhard Schlosser exakte Himmelsrichtungen festlegen, die alle unsere bisher ermittelt Richtungen vertauschen. Norden mit Süden und Osten mit Westen. Denn nun sind die Bewegungen des Taghimmels ergänzt worden. Wenn die Sonne am Tage überm Himmelsrand steht, ist die Nacht mit den Sternen in der anderen Himmelshälfte. Deshalb wird für die neuen Symbole des Taghimmels die Bronzescheibe um 180° gedreht. Die Goldelemente des Nachthimmels sind nun wegzudenken, denn jetzt zählt nur die Sonnenbeobachtung im Pendelbereich der Auf- und Untergänge, die anhand der Horizontbögen hervorragend die bisherigen Bildinformationen ergänzen.

Harald Gränzer hat folgende Beobachtung gemacht: „Die beiden Horizontbögen der Himmelsscheibe von Nebra werden jeweils an ihren beiden Enden durch deutlich lineare Abschlüsse begrenzt. Diese linearen Begrenzungen weisen alle deutlich in eine einzige Richtung. Die einzige Ausnahme bildet der nördliche Abschluss des östlichen Bogens, der in drei linearen Begrenzungen abschließt.“ [2]
Auch wenn die Linien durch die kurzen Bogenenden der beiden Horizontbögen sich leicht variabel ziehen lassen, lässt sich nicht leugnen, dass sie alle in der Hauptrichtung auf die Kreisscheibe zeigen. Dies könnte eine Hilfestellung sein, damit wir in den Randbögen auch die Sonne erkennen.
Norbert Gasch hat dazu eine bessere Idee: „Jetzt zeigt sich, dass sich diese Randbögen auch anders interpretieren lassen, und zwar als Mondwenden. … Geht man indessen davon aus, dass die auffällige runde Markierung, allgemein als Sonne verstanden, das Zentrum der Betrachtung darstellt, wodurch man sich durch die Führung der oberen und unteren radialen Kanten der beiden Bögen auch veranlasst sehen kann, so ergeben sich zwei Winkel, die 109 und 66 Grad weit sind. Die mathematische Berechnung führt im Mittel zu einer geographischen Breite von 53,5 Grad, die refraktions- und parallaxenbereinigt etwa 52,6 Grad Nord ergibt.“ [3]

Berechnungen der geographischen Breite können nur ein ungefähres Ergebnis liefern, da die Höhe des Horizontrandes mit eingerechnet werden muss. Doch bisher wissen wir nicht, wo die Himmelsscheibe von Nebra tatsächlich gefertigt wurde, auf welcher Höhe daher der Beobachtungsort selber liegt und ob nicht  vielleicht durch Berge oder Gebirgszüge einzelne Gestirne am Horizontrand weiter südlich auf- und untergehen.

Wir stellen auch fest, dass sich der Standort des Beobachters auf der Himmelsscheibe geändert hat! Zuvor haben wir gedanklich im Mittelpunkt der Nord-Süd- und Ost-West-Achse gestanden. Zur Beobachtung der Mondwenden haben wir nun die Erde mit dem Horizontkreis um uns herum verlassen und sind in den Mittelpunkt der goldenen Kreisscheibe >gewandert<. Diese goldene Kreisscheibe symbolisierte zuvor die Sonne und / oder den Vollmond. Doch die Winkel der Mondwenden zeigen, wie die Horizontbögen, annähernd denselben Breitengrad der Erde! Symbolisiert die Kreisscheibe demnach nun auch die Erde?

Da für die beiden großen Kreiselemente verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zutreffen, die sich gegenseitig widersprechen, scheinen nun auch die Randbögen eine doppelte Bedeutung zu haben.


[1] Harald Meller (2005), „Der geschmiedete Himmel“ – Wolfhard Schlosser: Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen
[2]
Harald Gränzer, Das goldene Tor der Ekliptik,  www.analogika.info/nebra/interpret.html
[3]
Norbert Gasch,
Eine vollständige Interpretation, www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/himmelsscheibe-von-nebra/eine-astronomische-interpretation/

Mehr dazu: Die beiden Randbögen

Höhenwinkel von der aus Erde vermessen

Höhenwinkel mit TierkreisbandÜber uns, direkt über dem Kopf des Beobachters, befindet sich der Zenit.
Die Höhe des Nordpols über dem Horizont entspricht dem jeweiligen Breitengrad der Erde. (Der Fürst von Leubingen, der vermutliche Schöpfer der Himmelsscheibe, lebte auf dem 51. Breitengrad.)
Der Himmelsäquator steht zum Nordpol im 90°-Winkel.
B
eiderseits des Äquators erstreckt sich bis mindestens 23,5° das breite Band des Tierkreises (gelber Bereich). Einzelne helle Sterne der Tierkreisbilder reichen aber noch darüber hinaus.

Die wichtigsten astronomischen WinkelIn einer Abbildung der Himmelsscheibe von Nebra kennzeichnen wir die, uns inzwischen bekannte Stelle des Nordpols und ziehen von dort eine Verbindungslinie zum Mittelpunkt der goldenen Kreisscheibe. Dann tragen wir 51° vom Nordpol nach rechts ab und zeichnen die Horizontlinie, die Erdoberfläche. Auf der anderen Seite des Himmelspols befindet sich auf 39° der Zenit, der exakt mit einem Ende einer linearen Begrenzung des Horizontbogens zusammenfällt! Daran schließen sich drei 30°-Winkel an, deren Verbindungslinien einen Bezug zur Sichel aufweisen. Dies könnte auch der Grund sein, warum die Sichel so sehr viel größer gefertigt wurde als die Kreisscheibe. Denn vom Mittelpunkt der Kreisscheibe zu den Sichelspitzen sollten eindeutig drei 30°-Winkel zu erschließen sein.

Knicken wir nun die Abbildung der Himmelsscheibe an der Horizontlinie und falten den dunklen unsichtbaren Nachtbogen der Sonne nach hinten weg, erhalten wir ein halbiertes Himmelsgewölbe. Wir blicken sozusagen nach Westen. Nun falten wir die Abbildung noch einmal an der Zenitlinie (die nicht die Mittellinie des Halbkreises ist!) und erhalten einen perfekten 90°-Winkel.

– Man war anscheinend dahintergekommen, dass, wenn man die Linien vom Beobachtungsort zu den 90° Markierungen auf einem Kreisrand einzeichnete, und diese Kreisschnittpunkte verband, 4 gleich große Dreiecke erhielt. Alle Linien dieser Dreiecke waren gleich lang und alle Winkel betrugen 90°, die wiederum in 3x 30° unterteilt wurden.

– Der Viertelkreis mit den 30°- Segmenten erinnert an einen Quadranten, der zur Höhenmessung der Gestirne über dem Horizont genutzt wurde.

The Nebra Sky Disk contains also angles, from the zenith to the horizon, that reminds us of a quadrant.

[1] Abb. Pendelquadrant.

– Betrachten wir die Winkel der Mondwenden dann ist die goldene Kreisscheibe als Symbol für die Erde in einer Draufsicht und für die Höhenwinkel in einer Seitenansicht zu sehen. Somit gibt es zwei Ansichten desselben Symbols und die Erde ist vermutlich als dreidimensionale Kugel erkannt worden, wie wir sie schon bei der Mondfinsternis wahrgenommen haben!

___________________________________________

[1] Abb. Pendelquadrant. Gerstenberg Verlag (2003). Astronomie- Die Geheimnisse des Universums; aus der Reihe: sehen – staunen- wissen.

Mehr dazu: Die Kreisscheibe symbolisiert auch die Erde

Der Sonnenbogen im Jahreslauf

„In der 3. Herstellungsphase der Himmelsscheibe wurde ein goldener Bogen ergänzt, an dessen Längsseiten kurze Kerbstriche eingeschlagen wurden, die die Sonnenstrahlen symbolisieren könnten. -Nur die Sonne kann sichtbare Strahlen und Wärme hervorbringen.

Betrachten wir diesen Sonnenbogen in Bezug zur ganzen Himmelsscheibe, dann steht der Beobachter wieder in der Mitte der Himmelsscheibe, die diesmal die Erde wäre und um ihn herum ist der Horizontkreis.
Der östliche Horizontbogen entspricht dem Sonnenaufgang, der Sonnenbogen dem Höchststand, die Kontur des fehlenden Horizontbogens dem Sonnenuntergang und der Rand ohne goldene Elemente, der Seite, an der niemals die Sonne zu sehen ist (der Nachtbogen der Sonne).
Denselben vier Randbereichen können wir auch ein ganzes Sonnenjahr mit unterschiedlich hohen Tagesbögen der Sonne zuweisen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Der Jahreslauf der SonneDer Sonnenbogen selbst könnte den Jahreslauf der Sonne, mit den unterschiedlichen Tageslängen und Umlaufhöhen symbolisieren:
In das Goldblech wurden zwei parallel laufende Linien eingeritzt, wodurch drei Bögen entstanden. Vom unteren Rand bis zur ersten Linie könnte der schmale Bogen die niedrigen und kurzen Sonnentagesbögen des Winters zeigen. Der mittlere Bogen würde dann die länger oder kürzer werdenden Tage, bis oder von den Äquinoktien, andeuten und der breiteste Bogen, die langen Sommertagesbögen, die in der Mitte dieses Randviertels zur Sommersonnenwende im Juni ihren absoluten Höhepunkt finden. Die Bögen und Linien werden von innen nach außen nicht nur immer länger, sondern auch immer dicker. – Ordnen wir den elf Löchern über dem Sonnenbogen nun jeweils einen Monat zu, erreicht der Sonnenbogen etwa Mitte Juni seinen Höchststand.

3. Herstellungsphase: Die versteckten Hinweise des Sonnenbogens

Der goldene Sonnenbogen enthält auch einige versteckte Hinweise und Beziehungen. So schneidet die Verbindungslinie zwischen seinen Enden den Meridian in unserem unsichtbaren Nordpol! Dies der 3. unabhängige Hinweis auf den Nordpol !
Zudem zeigt ein lineares Ende des Sonnenbogens wieder auf die Mitte der goldenen Kreisscheibe, während das andere Ende, so vermutet Harald Gränzer, auf den eigenen Mittelpunkt seines Außenkreises weisen könnte. Dieser Kreis und der Schattenradius der Sichel haben exakt den gleichen Durchmesser und die Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten bildet, mit der Geraden des Sonnenbogens, einen rechten Winkel.

Aufgrund dieser Auffälligkeit entwickelte Dr. Burkhard Steinrücken >Die dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra<:
„Die mathematische Analyse der Form und Lage der Bildsymbole auf der Himmelsscheibe lässt auf eine erstaunliche Vielfalt von Symmetrien und geometrischen Prinzipien bei ihrer Gestaltung schließen. Durch Anpassung von Kreisen und Ellipsen nach der Methode der kleinsten Abstandsquadrate an den Scheibenrand, die Segmente und die runden Bildsymbole, erhält man ein Geflecht sich berührender und durchdringender Kreise und Ellipsen. … Die mathematische Struktur dieses Ringsystems legt nahe, die Scheibe als Sinnbild für einen Mechanismus aus rollenden Kreisen zu interpretieren, der die räumlichen und zeitlichen Aspekte des Sonnenjahres und die Sichtbarkeit der Plejaden in den verschiedenen Jahreszeiten auf der geographischen Breite der Fundgegend in einer faszinierenden geometrischen Formensprache korrekt darstellt.  …
Der Mechanismus stellt das Sonnenjahr und seine Teilung in Einheiten gleicher Länge dar.
[1]


[1] Burkhard Steinrücken (2010), Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra. In: Harald Meller: Der Griff nach den Sternen – Internationales Symposium in Halle (Saale) 16. – 21. Februar 2005. Seite 935 – 945.

Mehr dazu: Der Sonnenbogen

Ein Zählkalender

In der 4. Herstellungsphase wurde die Bronzescheibe am Rand, mit allen dort angebrachten Goldbögen, in etwa gleichen Abständen durchlocht. Diese Löcher könnten aber auch für Markierungen, durch Fäden, Draht oder Zeichen am Rand, genutzt worden sein, um die Tage und Mondmonate eines Sonne-Mond-Jahrs zu zählen. Sie sind durch die Horizontbögen in 9, 11, 9, 10 Einheiten eingeteilt.

Da die Wintersonnenwende schon vor der Bronzezeit in der Kreisgrabenanlage von Goseck / Sachsen-Anhalt beobachtet wurde und ein Kalenderbeginn, durch die vorherigen Erkenntnisse zum Sonnenbogen  einfacher am Anfang eines >Lochabschnitts< der Himmelsscheibe beginnt, legen wir für den nachfolgenden Zählkalender den Kalenderbeginn, wie heutzutage, auf den 1. Januar, 11 Tage nach der Wintersonnenwende.
Die Löcher am Rand der Himmelsscheibe könnten als Zählkalender genutzt worden sein.
Am ersten Tag stecken wir eine rote Nadel in das erste Loch unten am noch vorhandenen Horizontbogen. Jeden Tag wandert die Nadel ein Loch weiter hinauf. Nach diesen 9 Tagen folgen die 11 Tage um den Sonnenbogen und wieder 9 Tage den fehlenden Horizontbogen hinunter. Da aber ein Monat 29,5 Tage hat, müssen wir zusätzlich zur Nadel vom 29. Tag mit einer blauen Nadel, am bisher ungenutzten unteren Rand mit den 10 Löchern, den fehlenden halben Tag festhalten. Für einen ganzen Mondmonat stecken wir nun eine grüne >Monatsnadel< in das erste Monatsloch, links nach dem oberen Ende des goldenen Horizontbogens.
Jeden 2. Monat werden, nach 29,5 Tagen, die zwei blauen Nadeln der halben Tage entfernt und als zusätzlicher Tag gezählt. Der 2., 4., 6., 8. und 10. Monat hat also 30 Tage, wodurch die Lichterscheinungen des Mondes immer gleich bleiben. Es ist also auch möglich Vollmond, Halbmond oder Neumond im ersten Monat mit einer eigenen Markierung zu versehen, da sie für ein Sonnenjahr gültig bleiben.
Auf diese Weise setzen wir die Nadeln weiter bis die Monatsnadel im elften Loch steckt und 6x 29 + 5x 30 Tage, also 324 Tage, vergangen sind. Unser 21. November wäre damit der Beginn des 12., des dunkelsten, Monats.
Da aber für den zwölften Monat kein Loch mehr in der Nähe des Sonnenbogens vorgesehen ist, muss er aus 30 Tagen zuzüglich der 11 fehlenden Tage zum Sonnenjahr gezählt werden. Für diese 41 Tage bieten sich zwei Steckmöglichkeiten an. Entweder zählen wir die Monatstage zuzüglich des 30. Tags, wie gewohnt und ergänzen die 11 Monatslöcher als Tage. Oder wir folgen dem westlichen Ende des äußeren Kreisbogens des Sonnenbogens, über die dunkle Scheibe, zum unteren Ende des westlichen Horizontbogens. Dort zählen wir zuerst die 10 dunkelsten Tage am unteren Rand der Bronzescheibe in Richtung Sonnenaufgang, wandern 9 Tage lang den Morgendämmerungsbogen hinauf und beenden den Monat mit den 11 Tagen oberhalb des Sonnenbogens. Der letzte Tag der Mondmonate entspricht bei dieser Zählweise der Wintersonnenwende, von dem aus die 11 zusätzlichen Tage zum Sonnenjahr noch einmal beim Sonnenbogen gezählt werden. An diesen Tagen könnte die Vollendung des Jahres und der Sieg der Sonne über die Dunkelheit gefeiert worden sein. Vielleicht wurden diese Feiern durch Opfergaben begleitet, in Dankbarkeit für das letzte und mit Bitten für das neue Sonnenjahr. Nach den Feiertagen wurden die Tage wieder länger. Die Sonne hatte über die Dunkelheit gesiegt! Die 11 zusätzlichen Tage können dem alten oder dem neuen Jahr zugerechnet worden sein. Entweder begann das neue Jahr zur  Wintersonnenwende oder am >1. Januar<.

Folgende babylonische Schaltregel ist für den mitteleuropäischen Sternenhimmel der Bronzezeit anerkannt:
Rahlf Hansen (Planetarium Hamburg) vermutet, dass mit der Himmelsscheibe eine Verknüpfung von Mond- und Sonnenkalender mit Hilfe eines Schaltsymbols erfolgt: „ … Ein Sonnenjahr dauert 365,2422 Tage und ein Mondjahr ist 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Um zu verhindern, dass das Jahr durch die Jahreszeiten >wandert<, schaltete man aber keine Tage, sondern Monate ein. In frühen Zeiten erfolgte diese Schaltung wenn der Kalender zu weit aus dem Takt war. Die Schaltregel mit der dicken Mondsichel bei den Plejaden war damals ein schönes Schaltsignal. Es wurde also nicht nach einer festen numerischen Regel geschaltet, sondern nach >Sicht<.
Die Himmelsscheibe zeigt eine Darstellung des Mondes bei den Plejaden. Der Mond steht im Frühjahr bei Neulicht als sehr schmale Sichel bei den Plejaden. Durch die Differenz von Sonnen- und Mondjahr wird bei Zählung der Monate die Sichel im Laufe der Jahre im März bei den Plejaden immer dicker. Auf der Scheibe findet sich eine Darstellung dieser >zu dicken< Mondsichel bei den Plejaden. Dies ist ein Zeichen, dass ein Monat hinzuzufügen ist. Statt, wie wir es gewohnt sind, in vier Jahren einen Schalttag einzufügen, wurde so ca. alle drei Jahre ein ganzer Schaltmonat eingefügt.“ [1]


[1] Rahlf Hansen, Die astronomische Deutung der Himmelsscheibe, www.planetarium-hamburg.de/sterne/nebra/

Mehr dazu: Die Löcher   und   Sonnen- und Mondkalender

 

Stonehenge auch ein Zählkalender?

Die Blau- und Sarsensteine von Stonehenge wurden 2300-1930 v. Chr. errichtet. [1]
Eine gründliche Untersuchung verweist vielmehr auf eine spätere Datierung.  Es kann sein, dass die Errichtung der Sarsensteine in die Frühbronzezeit um 1750-1600 v. Chr. gehört und tatsächlich zeitgenössisch mit der Himmelsscheibe von Nebra ist. [2]

Folgende markante Himmelserscheinungen sind in Stonehenge in Szene gesetzt worden:

Stonehenge Sarsentrilithen mit VisierachsenIn der Abbildung [4] sind die Blausteine blau und die Sarsensteine rot dargestellt, wobei die heute noch an ihrer Stelle befindlichen Steine dunkler sind.

Die Hauptachse der Steinsetzungen im Inneren des Walls verläuft, wenn man im Mittelpunkt der Anlage steht, im Nord-Osten über den Fersenstein in Richtung Sonnenaufgang am Tag der Sommersonnenwende oder vom Zentrum in Richtung Süd-West zum Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende.

Die Sarsen- und die Blausteine repräsentieren vor allem auch ein reines Sonnen-und Mondjahr (12×30 = 360 + 5; 6×59 = 354 Tage), sowie je ein Lunisolarjahr (254 + 11).
Die Sarsensteine wurden aus den Marlborough Downs, ungefähr 30km nördlich von Stonehenge, geholt. Ursprünglich hatten sie bei ihrer Errichtung einen natürlichen rötlichen Schimmer, was auf einen Bezug zur Sonne hinweisen könnte. Die Blausteine stammen alle aus einem Quellgebiet in den Presli-Mountains, im Westen von Wales, etwa 240km von Stonehenge entfernt. Sie könnten in der Anlage Mondeigenschaften symbolisieren, da der Mond, wie alle Menschen in Südengland sicherlich wussten, einen sichtbaren Einfluss auf das Wasser, die Gezeiten, hat. Den grünlichen Altarstein holten die Erbauer von der Küste bei Milford Haven in Pembrokeshire (Südwales), was wiederum einen direkten Bezug vom Meer zum Mond herstellt.
Wärme, Licht und Wasser, symbolisch Sonne und Mond, sind die Grundlage für alles Leben auf der Erde.

Ein reines Sonnenjahr konnte an den 30 Sarsensteinen in ganzen Tagen eines aufgerundeten Monats gezählt werden. Da hier kein Stein auf der Hauptachse steht und auch keine Anfangsöffnung vorhanden ist, zählte man fortlaufend 12 x 30 Sonnentage und ergänzte diese 360 Tage mit den 5 Trilithenpaaren, um das Sonnenjahr zu vollenden. Auf den Altarstein, der mittig vor beiden Hufeisen, auf der Achse und fast im Zentrum der Anlage stand, fiel zur Sommersonnenwende direkt das Licht der aufgehenden Sonne und vielleicht war dies der Jahresanfang.

Ein reines Mondjahr begann an der breiteren Öffnung in Blausteinkreis, die etwa mittig gegenüber den beiden hufeisenförmigen Steinformationen liegt. Da der 30. Blaustein auffälligerweise direkt hinter dem höchsten »Trilithentor« und mit dem Altarstein auf der Hauptachse steht, wodurch er scheinbar halbiert wird, mussten hier eher die 59 Zwischenräume gezählt worden sein. Jeden Tag wurde ein Markierungsstein eine Öffnung weitergesetzt. Nach 6x 59 oder 354 Tagen begann ein neues Mondjahr, das sich jährlich um 11 Tage versetzt durch die Jahreszeiten verschob. Da in diesem Kalender nur der 1. Vollmond am Jahresanfang in Szene gesetzt werden konnte, könnten auch die Tage der Mondwenden und die Mittelstellung über dem Altarstein als Festtage in Frage kommen. Dies wären dann in einem Jahr ebenfalls fünf Feiertage.

Für ein gebundenes Mondjahr oder Lunisolarjahr gab es mindestens zwei Möglichkeiten:
Entweder fing man an der breiteren Öffnung des Blausteinkreises an, zählte die »Mondsteine« im Kreis, 6x 60, und vereinte das Mondjahr mit dem Sonnenjahr durch die Hinzunahme der 5 »Sonnen-Trilithen«.
Es war aber auch möglich wie zuvor sechsmal die 59 Zwischenräume der Blausteine zu verwenden, zu denen dann die einzelnen 10 »roten« Sonnensteine des großen Hufeisens ergänzt wurden und vollendete das Jahr mit dem »grünen« Altarstein. Diese Kalenderzählung passt recht gut zur Himmelscheibe von Nebra, wo das Jahr mit der Wintersonnenwende oder nach den folgenden 11 zusätzlichen Tagen begann. Bei der Einführung dieses Lunisolarkalenders könnten die jeweils 5 Feiertage des gebundenen Mond- und Sonnenjahres zuzüglich eines gemeinsamen Tages zu Festtagen erklärt worden sein.

Alle Kalendersysteme mussten an den Tag-und-Nacht-Gleichen auf ihre Genauigkeit überprüft werden und alle 4 Jahre war ein zusätzlicher Schalttag nötig. Diese Sonnenstellungen könnten beispielsweise laut Gerald Stanley Hawkins anhand der Ortungslinien über den Positionssteinen 93 und F, oder 94 und B, erfolgt sein. [5]

Somit war vielleicht für zwei verschiedene Glaubensrichtungen im Volk, für die Sonnen- und Mondanhänger, ein gemeinsamer heiliger Ort geschaffen worden, an dem der Jahreslauf den jeweiligen »Religionen« entsprechend gezählt und die Tage zwischen beiden Kalendersystemen zusammen gefeiert werden konnten.


[1] Julian Richards: Stonehenge. English Heritage. 2005
[2] Richard J. Harrison. Stonehenge in the Early Bronze Age. In: Harald Meller / Francois Bertemes (Hrsg.), Der Griff nach den Sternen – Wie Europas Eliten zu Macht und Reichtum kamen. Internationales Symposium in Halle (Saale), 16.-21. Februar 2005. Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle, Band 5/1/2010: S. 973-987.
[3] aus dem Film: Stonehenge – Sternenkult der Steinzeit, NDR 2003
[4] ergänzte Zeichnung aus „Stonehenge und benachbarte Denkmäler“, R.J.C. Atkinson, 1987, English Heritage
[5] Rolf Müller. Der Himmel über den Menschen der Steinzeit. Abbildung S. 54

Mehr dazu: Stonehenge und Sonnen- und Mondkalender

 

 

Stonehenge: Die Hufeisen und der goldene Sonnenbogen

Die tagesgenaue Wiederkehr im Sonnen- und Mondlauf, mit derselben Erscheinung und an derselben Stelle, wurde in Stonehenge durch zwei Hufeisenformationen feierlich in Szene gesetzt.

Stonehenge Sarsentrilithen mit VisierachsenDie 5 hufeisenförmig angeordneten und unterschiedlich hohen »Trilithentore« stellen, wie die drei geritzten Bögen des goldenen Sonnenbogens auf der Himmelsscheibe von Nebra, den Jahreslauf der Sonne dar: von den niedrigen Tagesbögen im Winter, über die mittleren Bögen um die Äquinoktien, bis zu den hohen Sommerbögen mit der Sommersonnenwende und zurück; oder den Winter, den Frühling, den Sommer, den Herbst, wieder den Winter und dazwischen liegt mitten im Sommer, vom Fersenstein aus in Blickrichtung Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende, der Jahresanfang, der Beginn des neuen Sonnenjahres und des Lunisolarjahres.

Die 19 Blausteine des Hufeisens zeigen die Jahre an, die es dauert bis das Licht des Vollmondes bei seinem Aufgang zur Wintersonnenwende wieder genau auf den Altarstein scheint, 9-9→1. Denn der Mond verändert täglich seine Lichtgestalt und dabei wandert er zugleich von Westen nach Osten durch den Tierkreis, wobei er täglich in der Nähe eines anderen Sterns steht. Daher ist ein Vollmond erst nach 19 Jahren und etwa 2 Stunden wieder tagesgenau in derselben Gestalt neben demselben Stern zu sehen oder an derselben Stelle des Tierkreises. Diesen Mondzyklus nennt man Metonischen Zyklus, da er um 450 v. Chr. von dem Athener Meton errechnet wurde.

Lionel Sims hat auf ein weiteres spektakuläres Ereignis hingewiesen, dass nur vom Fersenstein aus beobachtet werden konnte. Etwa alle 19 Jahre strahlte für jeweils 6 Monate vor und nach der Kleinen Mondwende, also ein ganzes Jahr lang, einmal pro Monat das Licht des untergehenden Mondes durch das obere der beiden Fenster, die sich vom Fersenstein aus gesehen scheinbar im hohe »Trilithentor« öffnen. [1]

Zudem könnten die 19 Steine dieser Formation auch eine Zahlenfolge aus 9 und 10 für die Beobachtung der Mondwenden mit ihren Finsterniserscheinungen enthalten.


[1] Aus dem Film: Stonehenge – Sternenkult der Steinzeit, NDR 2003.

Mehr dazu: Der Jahreslauf der Sonne – Die Hufeisen und der Sonnenbogen

Stonehenge: Die Mondwenden mit Finsternisvorhersagen

In Stonehenge konnte man, laut Dr. G. S. Hawkins, vom Mittelpunkt aus über den Steinen, die vermutlich einmal in den Löchern D und F standen, bei Mondaufgang die großen und kleinen nördlichen Mondwenden beobachten. Diese absoluten Extremstellungen treten alle 9,3 Jahre auf.

Mondwenden und Finsterniserscheinungen über dem Heelstone„Beobachtete ein Astronom nun vom Mittelpunkt aus die Mondwenden über den Steinen D und F, wird er über Jahre hinweg mehrmals Mondfinsternisse erlebt haben.
Diese Zeichnung nach Dr. G. S. Hawkins zeigt exemplarisch wie in Stonehenge Mond- und Sonnenfinsternisse, für einen Zeitraum von etwa 300 Jahren, über dem Fersenstein oder Heelstone zur Sommersonnenwende und den Steinen D + F zur großen und kleinen Mondwende, scheinbar stehen blieben. Es könnten natürlich zu anderen Zeiten genauso die Sonnenfinsternisse über den Steinen D + F eintreten und die Mondfinsternisse über dem Heelstone oder jeweils dazwischen, aber immer auffällig beieinander. Die Finsternisse standen oft einige Jahre lang in der Nähe der Markierungssteine scheinbar still, bis sie sich doch ganz langsam zwischen den Steinen verschoben. Die Erbauer von Stonehenge könnten durch jahrelange Aufzeichnungen einen Zahlenwert ermittelt haben mit dem sie die Finsternisse ungefähr vorhersagen konnten.“ [1]
Mondfinsternisse treten nur ein, wenn sich Vollmond und Sonne in den Mondknoten gegenüber stehen und Sonnenfinsternisse nur, wenn der Neumond vor der Sonne in demselben Mondknoten steht. Die räumliche Verschiebung liegt an der Wanderung der Mondknoten auf der die Ekliptik in 18,6 oder 2x 9,3 Jahren.

Wollten die Himmelsbeobachter die Mondwenden, die zeitlich auch mit dem Erscheinen vo9,10,9,9,10n Finsternissen verbunden sind, in ganzzahligen Jahren mitzählen, kam die Zahlenfolge 9-9-10 dem Wert von 9,3 Jahren am nächsten.

Nach Hawkins Theorie wurde in Stonehenge schon um 2550 v. Chr. an den 56 Aubrey-Löchern mit Markierungssteinen die Zahlenfolge 9-9-10-9-9-10 festgehalten, um mögliche Finsternisse zwischen den Steinen D und F zu verfolgen.

Auch die Himmelsscheibe von Nebra könnte, zusätzlich zum Zählkalender, das Wissen um die Ermittlung von ungefähren Finsterniszeiträumen beinhalten. Denn in die beiden Horizontbögen sind jeweils 9 Löcher und am leeren >Randviertel< der Bronzescheibe 10 Löcher gestanzt worden.
Damit war auch hier eine fortlaufende Zählung 9, 10, 9, 9, 10, 9, 9, 10, … sichtbar gegeben.
Vermutlich wollte der Verantwortliche für diese Randlochungen, durch die Anzahl und Anordnung der Löcher in Zahlengruppen, wieder möglichst viele seiner astronomischen Erkenntnisse zeigen.


[1] Zeichnung und Text: Rolf Müller (1989 ), „Der Himmel über dem Menschen der Steinzeit“, Finsternisse in Stonehenge über den Steinen D + F

Mehr dazu: Mondwenden und die Finsterniserscheinungen

Lässt sich die Beerdigung der Himmelsscheibe einem Zeitfenster zuordnen?

Zum Zeitpunkt der Beerdigung der Himmelsscheibe stimmen vermutlich die zeitlichen Erscheinungen und Beziehungen der Sterne, sowie deren möglichen Bedeutungen, schon nicht mehr genau mit den Sternensymbolen der Himmelscheibe überein.

Alle 4 Sternenzeiger SternenuhrDer Schöpfer der Himmelsscheibe hatte den Mechanismus einer kompletten Sternenuhr entdeckt. 
Das ganz besondere an dieser Uhr war, dass
im ersten Himmelsviertel die >Zeigersterne< Vega und Deneb, im Zweiten Procyon und Altair, im Dritten Deneb und Spica, sowie im Vierten Altair und Procyon, jeweils in Horizontnähe standen. Die Sterne begrenzten, in Kombination mit den beiden großen Ost-West- und Nord-Süd-Konstellationen der Himmelsscheibe, vier größtmögliche >Himmelsfenster< mit jeweils exakt 6 Stunden Zeitabstand!! Es sind 4 komplette Himmelsansichten räumlich und zeitlich exakt abgesteckt!
So
mit konnte der Schöpfer der Himmelsscheibe von Nebra der Nachwelt einen ziemlich exakten Zeitpunkt hinterlassen, wann die Scheibe hergestellt wurde. Von 1950 bis 1600 v. Chr. hatten sich die vier >Himmelsfenster< mit der Sternenuhr verschoben und auch ein Teil der Ekliptiksterne und der Nordzeiger wurden in ihren Verwendungen ungeeigneter.
Denn durch die Präzession verschieben sich besonders die Sterne in Pol- und Äquatornähe.
Der helle Zirkumpolarstern Vega näherte sich dem Horizont und wenn ein Höhenzug Richtung Norden war, könnte er sogar unterläufig geworden sein, da er schon bei nur etwa 0,03° Altitude, direkt über dem am Horizont, sichtbar war. Am meisten fiel die Präzessionsbewegung aber vermutlich bei Altair und Procyon auf, als ihre heliakischen Auf- und Untergänge sich zeitlich auffällig um einen Tag verschoben hatten.

Mehr dazu: Die Sterne haben ihre Bedeutung verloren

Wurde die Himmelsscheibe auch beerdigt, weil mit dem Wechsel des Tierkreiszeichens die alte religiöse Ära endete?

In dem weiter unten zitierten Text führt L. Charpentier an, wie die jeweiligen Tierkreisbilder, in denen der Frühlingspunkt in den letzten 10.000 Jahre lag, scheinbar eine enge Beziehung zu den religiösen Epoche gehabt haben. Somit könnte ein Wechsel der Religion auch ein Grund für die Beerdigung der Himmelsscheibe von Nebra gewesen sein!

Um etwa 3500 v. Chr. ging das V-förmige Sternbild Stier einige Jahrhunderte lang genau im Osten auf und im Westen unter. An den Tag-und-Nacht-Gleichen befand es sich in unmittelbarer Sonnennähe, was aber nur einem Sternenkundigen auffiel, der die Reihenfolge, die Länge und den >optischen< Abstand der Tierkreisbilder zueinander kannte und dadurch an diesen Tagen den Standort der Sonne, anhand der letzten oder ersten sichtbaren Sterne, ermitteln konnte.
In der Frühbronzezeit, zur Zeit der Himmelsscheibe von Nebra, hatten sich die Sterne des Tierkreises aufgrund der Präzession so weit verschoben, dass an diesen zwei Tagen die Plejaden, die oberhalb der Ekliptik und nordwestlich der auffälligen V-Formation noch dem Sternbild Stier zugerechnet werden, in der Nähe des Ostpunktes aufgingen, während sich die hellen Sterne der V-Formation noch unter dem Horizont befanden. … Damit kündigte sich an, dass die Ära des Stieres den Höhepunkt überschritten hat.
Die Stellung der Sonne an den Äquinoktien zeigt zudem den sogenannten Frühlingspunkt an, der in der Frühbronzezeit etwas unterhalb der Plejaden lag. Doch auch dieser Frühlingspunkt ist nicht beobachtbar, da es sich nur um eine der beiden Schnittstellen der Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator handelt. (Mehr dazu: Der Sternenhimmel um 1950 v. Chr. + Warum die Himmelsscheibe beerdigt wurde

Und trotzdem ist nicht nur das Wintersechseck auf der Bronzescheibe angebracht worden, sondern es wurde ein weiterer Stern, ein Wandelstern in dessen Mitte platziert. Dadurch denkt man, aufgrund der geringen Größe dieses Siebengestirns, im Vergleich zur Weite des dargestellten Sternenhimmels, eher an den kleinen, aber markanten Sternenhaufen, an die Plejaden, als an die riesige Sternenkonstellation des Wintersechsecks, das sich aus den hellen Sternen von sechs großen Sternenbildern zusammensetzt. Die Plejaden müssen also besonders wichtig gewesen sein.

Auf der Himmelsscheibe von Nebra, ist eine 7er Sternengruppe dargestellt, die gemeinhin als Plejaden angesehen wird (Hansen 2006; Schlosser 2010). Außerdem waren die Plejaden in vielen Zeiten und Kulturen ein sehr bekanntes Sternbild. Zudem markierten sie laut Wolfhard Schlosser um 1600 v. Chr. durch ihren tagesscharfen, letztmaligen Abenduntergang am 25. März (Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche!!!) und den erstmaligen Morgenuntergang am 31. Oktober bäuerlicher Termine im Jahreslauf (Daten nach julianischen Kalender; Schlosser 2010). Und er hat auf die Möglichkeit hingewiesen, dass anhand der Plejadenstellung, ober- oder unterhalb des Sichelmondes, eine Mondfinsternis vorhergesagt oder mit Sicherheit ausgeschlossen worden sein könnte (Schlosser 2008). Rahlf Hansen erkannte in der Stellung der Plejaden neben der Mondsichel eine mehrfach verschlüsselte babylonische Schaltregel, die den Mond- mit dem Sonnenkalender synchronisierte.

An der Entwicklung der Himmelsscheibe von Nebra waren in der Frühbronzezeit viele »Fürsten« beteiligt: Mehrere Generationen von Beobachtern und Zeichnern der Himmelsmechanik, deren Anfänge vielleicht sogar schon in frühere neolithische Kulturgruppen zurück reichen; die Entwickler des verschlüsselten Bildinhaltes, verschiedene Metallkünstler und Astronomen der Frühbronzezeit, die die Scheibe herstellten und das Bildprogramm ergänzten; vielleicht wenige Nutzer, die die Scheibe öffentlich präsentierten und ein letzter, der sie beerdigte.

Wie der Frühlingspunkt oder der Stand der Sonne in einem Tierkreisbild am Tag der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche zu berechnen ist und wie verschiedene Kulturen bestimmte religiöse Rituale damit verbunden haben beschreibt Louis Charpentier folgendermaßen: „Man weiß, das der Frühlingspunkt, sozusagen der Punkt, am dem sich die Sonne befindet, wenn sie auf ihrem Lauf den Himmelsäquator schneidet, zur Tagundnachtgleiche jedes Jahr um etwa fünfzig Bogensekunden variiert. Seine Veränderung am Himmel beträgt also annähernd einen Bogengrad in 72 Jahren. Dieses Phänomen ist bekannt unter dem Namen >Präzession der Tagundnachtgleiche<. Der Frühlingspunkt wandert um die Erde in den Konstellationen des Tierkreises, also ist es möglich, die Zeit durch Verschiebung in den Konstellationen zu messen . . .
Man kann die Lage dieses Punktes nicht unmittelbar sehen, und lange Zeit war geglaubt worden, dass die Alten dieses jüngst wiedergefundene Phänomen nicht kannten, aber es besteht kein Zweifel, dass sie den Punkt doch vollkommen gekannt haben, und dass die Griechen – die Ägypter und Perser sogar vor ihnen – ihn sehr genau berechnet haben.
Dieser Frühlingspunkt durchwandert den Tierkreis. Er kehrt zu dem Ausgangspunkt in ungefähr 26.000 Jahren zurück, deshalb, weil der Tierkreis in zwölf gleichmäßige Tierkreiszeichen unterteilt ist, von denen jedes 30 Grad umfasst, so dass der Frühlingspunkt einen dieser Abschnitte in ungefähr 2150 Jahren durchläuft.
Diese Präzession vollzieht sich rückläufig, also Fische, Wassermann, Steinbock. Schütze, Skorpion, Waage, Jungfrau, Löwe, Krebs, Zwillinge, Stier, Widder. Der Frühlingspunkt, der sich gegenwärtig am Ende des Zeichens Fische befindet, war im Zeichen Widder vom Jahr 150 v. Chr. bis 2300 v. Chr., im Zeichen Stier vom Jahr 2300 bis 4450, im Zeichen Zwillinge von 4450 bis 6600, im Zeichen Krebs von 6600 bis 8750 und im Zeichen Löwe von 8750 bis 10900, natürlich nur annähernd.

Man stellt fest – und eine Erklärung dafür überschreitet meine Kenntnisse – dass der Aufenthalt des Frühlingspunktes in einem Tierkreiszeichen mit einer religiösen Epoche übereinstimmt, und dass das Symbol dieser Ära immer in der einen oder anderen Form in enger Beziehung zu jenem Tierkreiszeichen steht, in dem sich der Frühlingspunkt befindet.

Es ist wohl kaum nötig, daran zu erinnern, dass die ersten Christen als Hieroglyphe des Christus einen Fisch zeichneten, dass der christliche Gral von einem königlichen Fischer behütet wird, dass der >Lachs des Wissens< kurz vor dem Eindringen der Römer in Gallien in den keltischen Legenden erschienen ist, dass für die Mohammedaner der Halbmond zugleich Mond und Fisch ist, und dass es immer Fische sind, die in den Erzählungen von >Tausend und eine Nacht< die Wächter der magischen Kleinodien ersetzt haben, die auf dem Grunde des Wassers gesucht werden müssen.
Vor den Fischen war der Widder Symbol, als die Griechen Jasons das Goldene Vlies zu Zeiten des Jupiter Ammon mit den Hörnern des Widders suchten, des Amon – Ra Ägyptens, gleicherweise mit den Widderhörnern geschmückt, auch mit den Alleen von Widdern in Karnak … Und in den Zeiten von Bélen im keltischen Gebiet – jenes Bélen, der den Namen des Widders (belier, le belin) selbst trägt.
Noch davor war das Stierzeitalter mit dem Stier Apis, der Kuh Athor, des Minotaurus auf Kreta, den geflügelten Stieren Babylons – die erhalten geblieben sind – auch dem Stier von Cualngé in Irland und dem Stier Tarnos in Gallien.
Voraus gingen die Zwillinge, die die beiden phönizischen Säulen hinterlassen haben, Tempelsäulen, ägyptische Pylone und später die Zwillingstürme der Kirchen.
Noch davor war das Zeitalter des Krebses, des Tieres mit dem Rückenschild, das als Zeichen glücklicher Zeiten in der Form des Skarabäus erhalten blieb.
Noch davor der Löwe; zweifellos die Sphinx eine Erinnerung an ihn, deren Bedeutung verloren gegangen ist.
Das sind also die Zeichen des Tierkreises, die den Ritus und die religiöse Form einer Ära kennzeichnen. Ein Ritual und eine Form, die mit dem Zeichen verschwanden, aber die Datierung ist deshalb nicht minder sicher und ziemlich genau.
Überdies bedingt das neue Ritual bei jeder Änderung des Zeitalters und der religiösen Form – es ist nur die Form und das Ritual, die sich ändern – die Zurückweisung des alten Rituals und der alten Formen, sozusagen die Abschaltung des vorhergehenden Zeichens.
Wenn wir nun die uns am nächsten liegenden Zeiten herausgreifen, so tötete in der Morgenröte des Widderzeitalters Theseus den Minotaurus, der Stier von Irland wurde abgeschafft und seine Anhänger in alle Winde zerstreut. An der Schwelle des Fischezeitalters gab man dem Osterlamm in der Gestalt Gottes den Tod. Und heute (1969) beginnt die Unterwasserjagd nahezu rituellen Charakter anzunehmen.
Die Arbeiten des Herakles fangen mit einer rituellen Arbeit an, in dem er einen Löwen, den Löwen Nemea tötet, woraus ganz normal für die Ära des Herakles das Zeichen Krebs bestimmend wird, und seine letzte Arbeit ist die Bildung der beiden Säulen in der Meerenge von Gibraltar, das Zeichen der Zwillinge. Logischerweise liegt das heraklische Zeitalter also im Zeichen des Krebses, das heißt zwischen 8750 und 6600 vor Christus. (Charpentier 1972, [1]).“

Ulrich Fischer erwähnt 1956 in seinem Buch >Die Gräber der Steinzeit im Saalegebiet< verschiedene Bestattungen mit Rindern, von denen ich hier nur ein paar Beispiele anführen möchte: „Bestattungen mit Großtieren kennen wir in zwei Fällen aus der Walternienburger Kultur (um 3350 – 2650 v. Chr.), von Tangermünde und Biendorf, beidemal mit zwei Rindern. In der Rinderbestattung von Biendorf, Kr. Köthen, von 1935, lagen in einer gerundeten rechteckigen Grube von 1,8 :1,3 m Größe und 1,1 m Tiefe, mit Köpfen nach Nordwesten, eine Kuh und ein Kalb einander gegenüber. Darüber in Bauchlage mit Kopf nach Südost ein gestrecktes weibliches Skelett, sehr zierlich, matur, die Unterschenkel unter dem linken Vorderbein der Kuh. Unter die Dornfortsätze der Brustwirbel des Kalbes hatte man ein etwa fünfjähriges Kind geschoben, das in linker Hocklage westöstlich gerichtet war. Südöstlich der Becken der Tiere waren etwas höher die Scherben von vier Gefäßen niedergelegt, … Gleichfalls zur Walternienburger Gruppe gehört ein Grab von Tangermünde, Kr. Stendal (1892). Vorhanden waren hier ein Rind und der Schädel eines zweiten, der aber auf den Hinterbeinen des ersten Tieres lag. Bei den Schädeln befanden sich zwei gleiche rechteckige zickzackverzierte Geweihplatten mit Aufhängelöchern, vielleicht Amulette oder Eigentumsmarken. Neben den Tieren lag ein gestrecktes menschliches Skelett in Ostwest-Richtung, zu Häupten eine Walternienburger Tasse mit ähnlicher Verzierung wie auf den beiden Geweihplatten, und schräg dazu, mit Kopf in der Hüftgegend des ersten, ein zweites Skelett in Hocklage.
Eine besondere Behandlung beanspruchen die Kugelamphorengräber (um 3100 – 2650 v. Chr.) mit beigegebenen ganzen Rindern, die Rinderbestattungen. In Stobra, Kr. Weimar, fand man 1936 unter einem Grabhügel zwei Rinderbestattungen …   Die Gräber lagen unter mächtigen Steinpackungen. Grab 1, das nördliche, enthielt fünf Rinderskelette, Köpfe nach Nordost. Je zwei symmetrisch als “Hocker“ mit den Beinen gegeneinander gelegt, erst ein Paar, dann das andere etwas rückwärts gestaffelt darüber, während das fünfte Tier dazwischen gelegt war. Knochen von kleineren Tieren lagen dabei. Zwei Kugelamphorenschalen steckten in der Steinpackung, …   Grab 2, das südliche, ergab zwei Jungtiere einer kleinen Rinderrasse, die besser erhalten waren; zwei Löcher in den Stirnen deuten auf Tötung mit einem spitzen Gegenstand. Die Tiere waren ähnlich wie in Grab 1 mit den Köpfen nach Nordost, die angehockten Gliedmaßen gegeneinander, also spiegelbildlich symmetrisch niedergelegt. In der äußeren Hornkrümmung des nordwestlichen fand sich eine Kugelamphorenschale, zwischen Kopf und Vorderbeinen des südöstlichen ein beinerner Doppelpfriem von 16cm Länge …
Am bekanntesten, aber nicht kulturell bestimmt, ist die Rinderbestattung, die 1902 in Mittelhausen bei Allstedt zum Vorschein kam. Auch hier waren unter einer Steinpackung zwei Rinderhocker mit Köpfen nach Osten spiegelbildlich antithetisch niedergelegt, darüber lagen in der Mitte mit Köpfen nach Osten ein fast gestrecktes weibliches sowie Reste eines männlichen Skelettes, zu dem wohl die Schneidenhälfte einer Axt mit flachrechteckigem Querschnitt (Nackenkammaxt?) gehört.
Rinderbestattungen haben ein recht geschlossenes Verbreitungsgebiet längs der Saale und mittleren Elbe. Nach unseren chronologischen Auffassungen müssten wir den Walternienburger Gräbern die Priorität geben (Fischer 1956, [2]).“
Eine weitere Rinderbestattung des Saalekreises hat das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Halle mit Fotos veröffentlicht. Hier wurde in die Grabgrube eine vier bis fünfjährige Kuh gelegt, die noch viele Jahre hätte Milch geben können. Zwischen den Vorder- und Hinterläufen wurde eine kleine Steinkiste platziert, wobei die Platten der westlichen Schmalwand über den unteren Rippenenden des Tieres standen. Da die Rinderknochen sehr mürbe waren und teilweise in Einzelteile zerfielen, schließt man daraus, dass die ungleich weniger fest ausgebildeten Knochen eines Kleinkindes in diesem Bodenmilieu nicht überdauern konnten.

Diese Rinderbestattungen im Saalekreis zeigen offensichtlich nicht die symbolische Beerdigung einer religiösen Epoche, in dem Fall die Ära des Tierkreiszeichens Stier. Es scheint sich eher um den Höhepunkt dieser Epoche zu handeln, als der Glauben an die Macht oder magischen Kräfte des Stieres fest und tief verwurzelt war. Die Menschen suchten Beistand bei ihrem derzeitigen himmlischen Verbündeten, und in der Art und Weise wie sie die Bestattung ihrer Toten mit den Grabbeigaben inszenierten, gaben sie ihnen ganz bestimmte Wünsche oder religiöse Vorstellungen mit auf die Reise ins Jenseits.

Mit dem heliakischen Untergang der Plejaden, der um 1600 v. Chr. tagesgenau an der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche eintrat, hatte die Sonne den zentralen Bereich des Stieres verlassen.  Vielleicht begannen die Priester von da an die Religion langsam umzugestalten, indem sie neue Zeremonien und Symbole zu Begrüßung des Widders in ihre rituellen Handlungen einbetten, damit ein sanfter Übergang stattfand. In diesem Zusammenhang könnte dann auch die Himmelsscheibe, auf der die Plejaden als einzige markante Sternengruppe zu sehen war, rituell beerdigt worden sein.
Die Darstellung der Plejaden auf der Himmelsscheibe von Nebra könnte also einereits die Zugehörigkeit zur entsprechenden religiösen Ära kenntlich machen und andererseits auf den relativ kurzen Nutzungszeitraum hinweisen, in dem sich der Frühlingspunkt in direkter Nähe oberhalb dieses Sternhaufens befand.

________________________

[1] Charpentier, Louis (1972). Die Riesen und der Ursprung der Kultur. Hans E. Günther Verlag, Stuttgart. Seite 32 – 34.
[2] Fischer, Ulrich (1956). Die Gräber der Steinzeit im Saalegebiet. Vorgeschichtliche Forschungen begründet von Max Ebert. Seite 104 + 105, 156-158.

Das horizontale Koordinatensystem der Frühbronzezeit

Aus der vorliegenden erweiterten Interpretation zur Himmelsscheibe von Nebra kommen wir zu folgender Schlussfolgerung:

Schon die Astronomen der Frühbronzezeit beobachteten die Auf- und Untergänge einiger heller Sterne des Tierkreises. Sie kannten den Bogenlauf des Procyon, der parallel zum Himmelsäquator, etwa die Himmelsphäre halbierte. Außerdem haben sie durch gleichzeitig kulminierende Sterne den Nordpol und den Nordpunkt genau bestimmen können und an der fiktiven Verbindungslinie, dem Meridian, die Höhe der Zirkumpolarsterne über dem Horizont vermessen. Ebenso werden sie die Höhenwinkel der Sterne über dem Südpunkt abgezirkelt haben, was die Darstellung mit der unsichtbaren Horizontlinie durch die Kreisscheibe, mit den 3x 30 Gradsegmenten in Richtung Süden, vermuten lässt. – Für die goldenen Kreiselemente haben sie vermutlich eine Art Zirkel verwendet, so exakt sind sie.

Demnach können wir davon ausgehen, dass sie auch einen Kreis am Boden in 30°-Winkel eingeteilt haben könnten, um ein einfaches Kreisobservatorium zu erhalten. Die lotrechte Stellung eines Sterns wurde an dessen Rand vermerkt. Der Norden war der Nullpunkt. Und der ideale Zeitpunkt, um jeweils einen Viertel Himmelsausschnitt zu untersuchen, war wenn einer der vier Sternenzeiger über dem Nordpunkt stand.
Also konnten sie, wie wir, die Lage eines Sternes bestimmen, indem sie den Abstand vom Nordpunkt (= Azimut; heutzutage aber vom Südpunkt aus) und die Höhe über dem Horizont (= Altitude) als Winkel ausmaßen. Das entspricht den Koordinaten unseres Horizontalen Koordinatensystems.

„Nebra“ ist ein alter Flussname – Alter und Herkunft

Prof. Dr. em. Jürgen Udolph
Sprachen die Nutzer der Himmelsscheibe von Nebra keltisch?

Kurze Vorschau:

    Die Verbreitung germanischer, geographischer Namen zeigt, dass die Germanen um 500 v. Chr. nicht aus dem Norden kamen, sondern das Zentrum lag in Sachsen-Anhalt, wo ein mildes Klima herrschte und wertvolle Lössböden eine ideale Lebensgrundlage bildeten.
Unter den germanischen Namen liegt ein Substrat voreinzelsprachlicher Relikte, bei denen es unmöglich ist anzugeben, aus welcher indogermanischen Sprache sie stammen. Dazu gehören vor allem Gewässernamen.
– Diese europäischen Gewässernamen Europas müssen in das 2. vorchristliche Jahrtausend datiert werden, also ziemlich genau in die Zeit, als Menschen die Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen nutzten.

 – Es gibt europäische Gewässernamen, die Beziehungen zum Indischen und Iranischen enthalten. Das bedeutet, dass die Sprache der Sprecher, die die Namen gegeben haben, keine indogermanische Einzelsprache gewesen sein kann, sondern das Ostindogermanische noch einbezogen war; sie sprachen voreinzelsprachliche Dialekte, die der indogermanischen Gemeinsprache sehr nahe stehen.
Es waren keine Kelten oder Germanen, es waren indogermanische Stämme.“
[1]

Die Zusammenfassung und die Ergebnisse ausführlich:
Die Untersuchung und Analyse ausgewählter geographischer Namen am Unterlauf der Unstrut und im Bereich der mittleren Saale hat zu folgenden Ergebnissen geführt:

Unter einer Schicht von hoch- und niederdeutschen Namen, die mit ihren ältesten Spuren in die Zeit bis ca. 500 n. Chr. datiert werden können, lassen sich östlich von Nebra slavische Relikte erkennen, die aus der Zeit der slavischen Besiedlung, etwa seit dem 8. Jh., stammen; westlich davon fehlen sie.

Mit Suffixen gebildete germanische Namen sind ein wichtiger Bestandteil dieser Region. Bei einigen von ihnen ist deutlich geworden, dass sie in gemeingermanischer Zeit entstanden sein müssen; man darf annehmen, dass die ältesten in den letzten Jahrhunderten v. Chr. entstanden sind.

Unter den germanischen Namen liegt ein Substrat voreinzelsprachlicher Relikte, bei denen es unmöglich ist anzugeben, aus welcher indogermanischen Sprache sie stammen. Dazu gehören vor allem Gewässernamen, darunter auch der Ortsname Nebra, eigentlich ein alter Flussname (Teilabschnittsname der Unstrut). Er darf daher weder als germanisch oder keltisch, auch nicht als illyrisch oder venetisch bezeichnet werden. Zur Zeit der Entstehung dieser Namen waren die indogermanischen Sprachen noch nicht in die später bekannten Einzelsprachen differenziert. H. Krahe bezeichnete diese Schicht der Namen als „alteuropäisch“ und als „alteuropäische Hydronymie (Anmerkung: altgriech. hydor = Wasser und onoma = Name -> Namensforschung der Gewässernamen)“.

 

Zu diesen ältesten sprachlichen Spuren in Europa können noch einige Aussagen, vor allem zum Alter, gemacht werden. Da diese Namen älter sind als die zu unterschiedlichen Zeiten überlieferten indogermanischen Einzelsprachen, müssen sie älter sein als:

        die Entfaltung und Entwicklung des Germanischen (ca. 500 v. Chr.)

        die Herausbildung des Slavischen (etwa um Christi Geburt)

        die Fixierung altkeltischer Sprachen (ca. 500 v. Chr.)

        die Belege italischer (oskisch-umbrischer und latino-faliskischer) Dialekte (ab 7. Jh. v. Chr.)

        die Überlieferung altindischer und altiranischer Dialekte (ca. 900 v. Chr.)

        das Griechische (als Linear B ab ca. 1.200 v. Chr. überliefert)

 

…  es ist klar, dass die europäischen Gewässernamen Europas in das 2. vorchristliche Jahrtausend datiert werden müssen, also ziemlich genau in die Zeit, als Menschen die Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen nutzten.
Gewässernamen wie Saale, Unstrut, Nebra und Jena gehören dieser Schicht an. Sie erhielten ihre Namen aus dem Wortschatz ihrer Schöpfer – und diese sprachen zweifellos einen indogermanischen Dialekt.

Dafür spricht eine Erscheinung, die in der Diskussion um die Besiedlung Europas durch indogermanische Stämme viel zu kurz kommt: ich meine die Beobachtung von W.P. Schmid (1994, 128ff.), dass es europäische Gewässernamen gibt, die Beziehungen zum Indischen und Iranischen enthalten. Er hat nachgewiesen, dass in zahlreichen Hydronymen Europas Wortschatzelemente verborgen sind, die nur in den ostindogermanischen Sprachen, (etwa Indisch, Tocharisch, Iranisch) nachgewiesen können, etwa altindisch sindhu– „Fluß“, das sich wiederfindet in Sinn ->Main,  Shannon (Irland), Shin (England), San -> Weichsel.

Das bedeutet, dass die Sprache der Sprecher, die die Namen gegeben haben, keine indogermanische Einzelsprache  gewesen sein kann, sondern das Ostindogermanische noch einbezogen war, mit anderen Worten: die Sprecher sprachen voreinzelsprachliche, der indogermanischen Gemeinsprache sehr nahe stehende Dialekte.

Damit können wir auf die eingangs gestellte Frage, welche Sprache die Nutzer der Scheibe von Nebra gesprochen haben, zurückkommen. Es war, wie hoffentlich deutlich geworden ist, weder Germanisch noch Keltisch. Diese Idiome gab es 1.600 v. Chr. noch nicht. Es kann sich nur um eine Vorstufe dieser Sprachen gehandelt haben und dafür bietet sich allein das nur durch Vergleich und Konstruktion in Fragmenten zu gewinnende Indogermanische an.“ [1]

    

[1] www.eurasischesmagazin.de/images/magazin/04-10/udolph_nebra.pdf      Vortrag von Prof. Udolph, Symposium für Archäoastronomie, am 2. November 2013, in der >Arche Nebra<

 

 

Mehr dazu: Nebra, Unstrut, Saale = Namen aus der Bronzezeit 

Die Hochkultur Babylon – und Mitteldeutschland?

Es wird in der Frühbronzezeit, um 1.950 v. Chr. in Mitteldeutschland, nicht nur einen Warenaustausch, sondern auch einen Wissensaustausch gegeben haben! Denn einige astronomische Erkenntnisse der Himmelsscheibe wurden beispielsweise mindestens um 2.300 v. Chr. in Stonehenge, in Südengland und um 2.500 v. Chr. im alten Ägypten umgesetzt. Die Babylonier hatten um 2.500 v. Chr. sogar schon eine Keilschrift entwickelt, so dass sie ihre umfangreichen astronomischen Beobachtungen notiert konnten.
Wenn als Deutung der Himmelsscheibe eine babylonische Schaltregel akzeptiert wird, dann können wir doch dem Schöpfer der Himmelsscheibe auch einen Großteil des damaligen babylonischen Wissens zutrauen. Allerdings fand vermutlich kein kompletter Wissensaustausch statt, da das astronomische Wissen sehr komplex ist und es sich zudem, zumindest teilweise, um eine Art Geheimwissen handelte. Daher wurden vermutlich eher astronomische Grundelemente aus verschiedenen Regionen durch eigene Beobachtungen ergänzt und mit religiösen oder machtpolitischen Zeremonien ausgeschmückt.

2.750 v. Chr. herrschte König Gilgamesch über Uruk, die erste Großstadt der Geschichte, mit 25.000 Einwohnern. Der Herrscher der Stadt war zugleich ihr oberster Priester, der das Leben aller durch einen Kalender regelte. Dem einfachen Volk genügte vorerst der Mond als Zeitweiser, und wenn es an der Zeit war, den Göttern zu danken oder sie um neue Wohltaten zu bitten, sagten es ihnen die Priester. Sie beschäftigten sich besonders mit dem Geschehen am Himmel und wussten bereits um 2.500 v. Chr., dass Sonne, Mond und Planeten auf geschlossenen Bahnen durch den Tierkreis ziehen. Die vier Jahreseckpunkte konnten sie sowohl mit dem Schattenstab, dem Gnomon, als auch aus der Stellung der Gestirne bestimmen. Ihre geheimes Wissen notierten sie auf tausenden Keilschrifttafeln, die unter anderem einen Katalog von 66 Gestirnen und eine Omensammlung mit etwa 7000 Vorzeichen enthalten.“ [1]

„Im gesamten ägäischen Raum gibt es weder bildliche Parallelen für die Himmelsscheibe aus Nebra. Aber, was wir auf der Himmelsscheibe und an den Schwertern aus demselben Fundkomplex aus Nebra finden, ist in Europa vor allem aus der Ägäis bekannt, nämlich die Technik der Tauschierung. Da diese von den Mykenern aus dem Nahen Osten übernommene Technologie jedoch in Mykene weiterentwickelt war als in Nebra, muss wiederum kein direkter Kontakt angenommen werden.“ [2]

Schatzjagd an der Seidenstraße      (Erstausstrahlung 21.09.2013, 20:15 Uhr)
Die größte Handelsroute verlief einst auch durch die Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Von der alten Hauptstadt Xian bis ans Mittelmeer reichte die Verbindung.
In der Taklamakan wurde jetzt ein Mumienfriedhof mit 200 Mumien aus prähistorischer Zeit entdeckt und von chinesischen Archäologen systematisch untersucht. Bis zu 4.000 Jahre sind sie alt und sie tragen europäische Gesichtszüge. Der chinesische Archäologe Idris Abdursul und Victor Mair geben verschiedene DNA zur Untersuchung in Auftrag, in China und Europa. Das chinesische Team kommt zu einem Ergebnis: Die Mumien tragen europäische Gene in sich. Die DNA weist die Spur jener Völker nach, die vermutlich aus der Schwarzmeerregion nach Europa einwanderten. Die Analyse beweist, dass es bereits vor 4000 Jahren Kontakte zwischen Ost und West gab. Menschen aus der Schwarzmeerregion nahmen denselben Weg, wie später Händler der Seidenstraße.
Jetzt müssen wir nicht mehr raten und rätseln, was in der Bronzezeit abgelaufen ist. Jetzt wissen wir es. Das Volk, zu dem die Mumien gehören, schlägt schon in der Bronzezeit eine Brücke zwischen Ost und West, denn es lässt sich nachweisen, dass sie Handel mit den chinesischen Völkern betrieben.“ [3]


[1] Hans Lenz (2005), „Universalgeschichten der Zeit“, Kalender
[2]
Harald Meller (2005), „Der geschmiedete Himmel“ – Reinhard Jung, Mykene und der Norden: Transfer von Artefakten – Transfer von Religionen?

[3] http://www.arte.tv/guide/de/047512-000/schatzjagd-an-der-seidenstrasse#details-description

Le Disque de Nebra montre la mécanique de ciel

„Les observations macroscopique, ainsi que les analyses de 37 applications d’or montrent différentes valeurs en étain et argent, pourquoi pouvait être prouvé que le disque était produit dans cinq phases.“ [1]

Un abrégé en français.
.
Phase 1:

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.Les étoiles marquées orange indiquent les positions extrêmes du zodiaque. Les deux planètes intérieures, dans la proximité d’horizon et les trois planètes extérieures, qui sont aussi à voir en haut au ciel, comme le soleil et la lune, son marquées vertes.Auf der Himmelsscheibe von Nebra ist nicht nur eine Horizontansicht dargestellt, sondern es wird auch der Blick in jeweils ene Hälfte des Himmelsgewölbes veranschaulicht.

Dans la direction de regard le sud manquent alors encore les étoiles marquées rouge.

Wintersechseck, Deneb, VegaComme le premier, sept étoiles disposées ensemble étroitement sautent aux yeux là qui correspondent assez exactement à la constellation d’étoiles du hexagone-d’hiver et l’étoile au centre pourrait symboliser une planète extérieure. Simultanément Vega (Lyre) se trouvait exactement dans le point du Nord et un peu plus loin à l’ouest, Deneb (Cygne) était à reconnaître directement à l’horizon. Ces deux étoiles on voyait seulement, si on se retournait vers nord. Ils formaient avec le hexagone un constellation de sud-Nord, aussi grande que possible, qui pouvait être reconnue exactement par le point du Nord.Großes Dreieck mit Procyon

Et exactement six heures après, Procyon du hexagone était à voir peu de tempsavant son déclin à l’ouest. En même temps était à voir en face Altair (Aigle), peu de temps après son lever, encore dans la proximité du point oriental à l’horizon. Cette étoile formait avec Arcturus (Gardien d’Ours) et Antares (Scorpion) un triangle, qui était si grand, que cela remplissait presque tout le quart de ciel. Beaucoup de nuits, on voyait une grande constellation d’ouest-oriental, qui était formée de ces quatre étoiles.

Les levers et les déclins d’Altair et Procyon, au cours d’un an visibles pour la première et la dernier fois, pourraient avoir été liés aux événements particuliers.

1. Phase Blickrichtung NordenEn l’hémisphère du nord les étoiles circumpolares tournent autour de pôle Nord. Sa hauteur sur l’horizon est définie sur le méridien par le centre de l’orbite de l’étoile circumpolar extérieur (numéro 8). Les distances entre les parallèles circulaire de toutes les étoiles marquées bleu clair conviennent dans son rapport bien aux angles de hauteurs des plus claires étoiles hautes en chaleur dans le logiciel.
alle ZirkumpolarsterneSi on voyageait à l’âge du bronze du 51ème degré de latitude dans le sud ou nord, on avait besoin de connaître seulement l’ordre et éventuellement les angles de hauteurs approximatifs de les étoiles circumpolares plus clairs: Vega 3°; Alphekka 6°; Alderamin 11°; Etamin 17°; Polaris 29°; Alkaid 32°; η- Drache 33°; Kocab 44°; Nordpol 51°.

Nordzeiger En outre, se trouvaient à 1950 avant Jésus-Christ deux de étoiles circumpolares découverts en même temps sous le pôle Nord : 1 Kocab sur 43,6 ° et 6 Alderamin sur 10,8 °. Les formaient une aiguille d’étoiles, qui parfaitement était adapté pour constater la direction du Nord.

En plus, cinq autres étoiles circumpolares forment approximativement deux nouveaux aiguilles d’étoiles : 8 Vega, 2 η-dragon + 5 Etamin, ainsi que 4 Polaris + 3 Alkaid. Le surprenant est que chaque fois l’une des aiguilles étaient à voir en même temps avec le hexagone ou triangle découvert d’abord. Et cela passe entre ses passages de méridien chaque fois exactement 6 heures. C’est une heure d’étoiles! Alle 4 Sternenzeiger Sternenuhr

 

Phase 2:

2. Phase MondwendenLes deux objets à la limite du Disque de Nebra, dont seulement est reçu un, montrent selon Wolfhard Schlosser les domaines de pendule du soleil. [2]

Harald Gränzer a constaté que les conclusions linéaires des courbes d’horizon indiquent tous clairement le centre du disque circulaire doré. [3]
En cela, Norbert Gasch reconnaissait les angles correspondants des tournants de lune. [4]

Les courbes d’horizon représentent les tournants de soleil et les tournants de lune. Puisque l’on peut voir plus dernier cependant seulement de la terre, maintenant le disque circulaire doré symbolise la terre.

Die wichtigsten astronomischen WinkelDans une illustration du Disque de Nebra, nous nous caractérisons le lieu connu du pôle Nord et tirons de là une ligne de lien au centre du disque circulaire. De là, nous dessinons une ligne, qui es 51° vers à droite, el horizon. De l’autre côté du pôle de ciel, nous découvrons 39 ° enlève la ligne de zénith, qui s’effondre exactement à une fin d’une restriction linéaire de la courbe d’horizon. A cela se joignent 60 ° angles et 30 ° angles, qui sont limités également par des lignes de lien à la pointe de faucille.

Si nous brisons mental l’illustration à la ligne d’horizon et plient la »sombre courbe de nuit du soleil« en arrière loin, nous recevons une coupe transversale par la voûte céleste. Nous regardons pour ainsi dire vers ouest. Les courbes d’horizon représentent les tournants de soleil et les tournants de lune.

 

Phase 3:

La courbe or, complétée plus tard, pourrait symboliser no seulement un bateau de soleil, mais encore contenir une interprétation réaliste pour l’intérieur au pays. Il saurait le cours d’année du soleil, avec les longueurs de jour différentes et des hauteurs de circulation illustrent, dont intensité de lumière enflant y désenflant et chaleur influencen, toute la vie sur la terre.

Der Jahreslauf der SonneLes traits courts de manière enfoncée aux côtés de la longueur de la courbe peuvent indiquer des rayons de soleil, car de tous les astres, seulement le soleil a cette qualité sensible. De deux lignes, parallèlement gravées dans la tôle d’or, naissent trois courbes, qui du dedans en dehors, non seulement sont encore plus longues, mais encore sont plus grosses. Ils pourraient symboliser les courbes courtes et basses d’un jour de soleil en hiver, quand les jours son courts et le soleil disposé de dépression au moins réchauffe, pourquoi la courbe inférieure est aussi seulement très étroite. Les jours à la longueur de moyenne suivent, jusqu’à ou de les équinoxes et ensuite la courbe plus large et plus forte illustre les jours d’été.

Si nous regardons la courbe de soleil du centre du disque de ciel, la courbe d’horizon orientale peut aussi symboliser le matin, la courbe de soleil l’heure du déjeuner avec le niveau maximum de soleil, le contour de la courbe d’horizon manquante l’après-midi et le bord sans éléments dorés la nuit.

Nous pouvons attribuer aux mêmes quatre domaines de bord cependant aussi toute l’année de soleil: Printemps avec l’énergie de soleil augmentente, l’été avec le soleil dans le zénith, automne avec la lumière diminuant et l’hiver comme la sombre saison. Si nous classons dans onze trous du „segment d’été“ chaque fois un mois, la courbe de soleil atteint à un cours d’année à peu près mi-juin son niveau maximum.

 

Phase 4:

Die Löcher am Rand der Himmelsscheibe könnten als Zählkalender genutzt worden sein.Les trous, qui étaient enfoncés dans cette phase de fabrication, pourraient indiquer les jours et les mois de lune d’un an de lune y de soleil. Ils sont divisé par les courbes d’horizon dans les groupes de chiffres: 9, 11, 9, 10 divisé.
Le marquage de bord pour la pleine lune, demi-lune ou une nouvelle lune reste valable toute l’année de soleil.
Ce calendrier de compteur ou pouvait toujours être contrôlé au équinoxe printemps sur sa justesse.
Si l’écope du disque de ciel voulait compter les tournants de lune, qui sont liés temporairement à l’apparition de l’obscurité, au cours des années, la conséquence de chiffres 9-9-10-9-9-10 venait le plus près à la valeur de 9,3 ans.

La connaissance astronomique de Stonehenge et de l’Allemagne-Centrale pourrait avoir la origine commune.

. . .

____________________________________

[1] Ernst Pernicka (2004). Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Himmelsscheibe. In: Harald Meller „Der geschmiedete Himmel“. Seite 34-37.
[2] Wolfhard Schlosser (2005). Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen. In: Harald Meller „Der geschmiedete Himmel“. Seite 44 – 47.
[3] Harald Gränzer. das goldene Tor der Ekliptik. http://www.analogika.info/nebra/interpret.html
[4] Norbert Gasch. Eine vollständige Interpretation.  http://www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/himmelsscheibe-von-nebra/eine-astronomische-interpretation/

 

Je voudrais vous demander excuser mes défauts de langue et je vous serais très reconnaissant pour des corrections à Barbara.Kupka@web.de

The 4 extreme positions of the zodiac

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.With the Nebra Sky Disc the stars marked orange in the illustration are particularly conspicuous because they lie approximately in the middle and before the ends of the horizon arcs.

The visible path of the sun or the ecliptic runs through the middle of the zodiac. If we look at the sun the same time every day, it always takes four minutes longer to appear. Because of this delay, we can also observe, every three months at the same time, one of the four extreme positions, the two equinoxes and the solstices,

Rather than relying on the sun, each of these four extreme positions can be recognized much more easily with the help of a bright, almost simultaneously visible pair of stars from two different signs of the zodiac (joined by red linies in the illustration). One star revealed the beginning of the ecliptic in the east and another one revealed the end of the ecliptic in west.
In about 1950 B.C. in Central Germany, always two >ecliptic stars< stood almost exactely above the east and west points at the solstices when the high-level position or low-level position of the ecliptic occurred. During the equinoxes the eastern and western tilt could be observed in each case by a southern and  a northern star.

Therefore these pairs of stars symbolise all the extreme positions of the zodiac, which, however, were also to be seen on other nights, but not at dusk.

Those planets visible with the naked eye

If the creator of the Nebra Sky Disc wanted to show that five planets struck him by their movements, too, he would probably place them close to the sun and moon since they are always seen in their paths, as well as within the extreme positions of the ecliptic, which are indicated in this drawing by straight lines.

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.The five golden stars in the middle of the Sky Disc – marked in green – represent the five planets visible to the naked eye. Two golden stars can be seen east of the sun on the edge of the horizon. – This facilitates the visibility of the inner planets, Mercury and Venus. Due to the fact that they orbit the sun in their smaller circuits faster than the Earth, they always stand, even at the farthest distance, in the same quarter of the sky with the sun and in the adjacent signs of the zodiac. Looking from the Earth towards the sun, these stars apparently oscillate only around the sun and in so doing always remain near the horizon.

The three other golden planets have been placed between the sun and the moon, closer to the centre of the disc and therefore higher in the sky. – Since the Earth also belongs to the planets and is the third closest planet to the sun, Mars, Jupiter and Saturn go round the sun beyond the Earth’s orbit in wider radii. As we are able to see the paths of these outer planets >from the inside<, they can never stand between us and the sun. Like the sun and the moon, they follow complete orbits in the whole ecliptic. Thus they can also be found high above the horizon in the south around midnight.

more about this: Die Sterne

The eight circumpolar stars

Looking in a northerly direction we can see that the circumpolar stars circle a formerly starless North Pole.1. Phase Blickrichtung Norden

On the Nebra Sky Disc its hight above the horizon on the meridian (= imaginary great circle through the North Pole and the South Pole) is defined by the centre of the circuit of the outer circumpolar star, number 8.alle Zirkumpolarsterne

On the computer map the centre of the blue lines corresponds to the northern celestial pole.
The distances between the parallel circles of all the stars of the Sky Disc, marked in light-blue, do not agree with the “distorted” circuits of the stars in the north view of the computer map, but they proportionately fit the altitude angles of the following upper stars: 1 Kocab / Little Bear, 2 η-Draco, 3 Alkaid / Big Bear, 4 Polaris / Little Bear, 5 Etamin / Draco, 6 Alderamin / Kepheus, 7 Alphekka / Northern Crown, 8 Vega / Lyra.

 

Sternenzeiger mit Sechseck im SüdenWenn Zirkumpolarsterne gelichzeitig im Meridian stehen, zeigen Sie als Stenenzeiger den Wahren Norden an oder sie bilden den Stundenzeiger einer Sternenuhr. Present doubts about the validity of the classification are allayed when we have a look at the entire firmament, as in the Early Bronze Age in Central Germany Two seasonal constellations.three of the recognized circumpolar stars were positioned almost vertically on top of one another in the meridian (2 η-Draco, 5 Etamin, 8 Vega), while the constellation from the Winter Hexagon with Deneb and Vega was visible. They form an astral hand.

Two further circumpolar stars (3 Alkaid, 4 Polaris) were located in the meridian exactly six hours later when a triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky and Procyon, close to the west point, was just about to set.

This part of a perfect star clock, whose hands circle the North Pole in quarter turns at a distance of exactly six hours, has only been seen for very few centuries in approximately 26.000 years!

 

Nordzeiger Another astral hand, 1 Kocab and 6 Alderamin, might have pointed to True North. “The north was, where the extension of their conection line met the horizon vertically (Kate Spence 2000).” [1]


 

 

 

Presumably the circumpolar star 7 Alphekka was especially important for helping travelers to find their way as it was the brightest star which, after Vega, reached in Central Germany a low position above the True North, as already ascertained.

______________________________

 

[1] www.zeit.de/2000/47/cheops%27_Kompass/seite-3

 

 

Two stars form an astral hand and pointed to True North

Astral hand to True NorthTwo of the recognized eight circumpolar stars, Alderamin (10,8°) und Kocab (43,6°), were crossing formerly the meridian nearly at the same time, when they were positioned almost vertically on top of one another. They form an astral hand that could have shown the True North. Kate Spence, University of Cambridge, has proposed a surprising simple theory, which provides the key to the mysterious orientacion of the pyramids. … the Egyptians could have observed two stars, which were lying approximately in one line to the northern skypole, at that time.
The North was where the extension of their connecting line hit the horizon vertically at night.

 

The sky was the limit for the Pyramid builders
Dinah Ashman explains how modern astronomy may have put a new date on the building of the Great Pyramid at Giza.

A new theory of how exactly the ancient Egyptians oriented the pyramids according to the stars could put a date on the construction of the Great Pyramid at Giza near Cairo that is accurate within 5 years.
Builders probably got started between 2485 and 2475 BC, Kate Spence of the University of Cambridge, UK, proposes in Nature. Previous estimates have been accurate only to within 100 years. Spence’s idea could enable Egyptologists to refine their chronologies for all the reigns of the Old Kingdom — the middle of the third millennium BC.
„Spence has come up with an ingenious solution to a long-standing mystery,“ says Owen Gingerich of the Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts.
The new theory is inspired by the subtle deviations in the alignment of the eight pyramids at Giza from true north. The bases of the earliest-built pyramids point slightly east of north and those of the later-built ones, slightly west. The most precisely aligned pyramid is that of King Khufu or Cheops, also known as the Great Pyramid.
The pyramid builders, Spence suggests, used a pair of fairly bright stars, which in 2467 BC lay precisely along a straight line including the celestial north pole. Each star was about 10 degrees from the pole.
One is Kochab (ï-Ursae Minoris) in the bowl of the Little Dipper (Ursa Minor), the other Mizar (zeta-Ursae Majoris) in the middle of the handle of the Big Dipper (Ursa Major).
„In 2467 BC an Egyptian astronomer could wait while the heavens slowly pivoted around the unmarked pole until a plumb line exactly intersected both stars, one about 10° above the invisible pole and the other 10° below it,“ Gingerich explains. The sight line to the horizon point directly below the plumb line would then point straight to north.
Because of the Earth’s precession — the revolving axis of the Earth is unstable and rotates like a gyroscope with a period of 26,000 years — the celestial north pole was exactly aligned between Kochab and Mizar only in the year 2467 BC. Although given the precision of the measurements of the time, the ‚accurate‘ period was effectively a few years.
The orientation errors of earlier and later pyramids faithfully track the slow drift of Kochab and Mizar with respect to true north. Because the error in the Kochab-Mizar alignment can be readily calculated for any date, the error in each pyramid’s orientation reveals its construction date [1].“ [2]

______________________________

[1] Spence, Kate. Ancient Egyptian chronology and the astronomical orientation of pyramids. Nature 408, 320 – 324 .2000
[2]
http://www.nature.com/news/2000/001116/full/news001116-10.html    Dinah Ashman

The Star Clock – a quarter turn of the visible starry sky or 6 hours on our time scale, 90 degrees …

On the Nebra Sky Disc facing south we see our Winter Hexacon and a triangle constellation.On the Nebra Sky Disc facing south, two large constellations form a triangle and a star at the edge on the right, as well as from a hexagon and two stars on the upper edge are depicted.

On the Nebra Sky Disc facing north we see eight circumpolar star circling an invisible North Pole..

Looking north, eight circumpolar stars circle an invisible North Pole whose position on the Sky Disc is determined by three independent clues. The distances between the parallel circles of these stars proportionately fit the altitude angles of some of the brightest circumpolar stars.

The meridian is an imaginary great circle which runs through the North Pole and the South Pole; 90° to the horizon.

In the star clock three of the circumpolar stars discovered in the meridian are located almost vertically above one another, while at the same time the constellation from the Winter Hexagon with Deneb, and Vega at the northerly point, could be seen. Exactly six hours later two more circumpolar stars form an astral hand, when Altair had risen at the eastern point and thereby the triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky, while Procyon from the Hexagon was located near the western point, shortly before setting. Another six hours later the first astral hand reached his upper culminacion in the meridian and another six hours later the stars of the second hand had changed their places. Two astral hands in their lower and upper culmination.

One of two astral hands had reached his lower culmination on the meridian.
Six hours later respectively one star of another hand was standing on each side of the North Pole.
After another 90 dedrees sky turn the first reached his upper pinnacle.
And again after a quarter turn of the visible starry sky the second had turned, as well, while Procyon
was just rised and had reached the east point. This astral hand form an exactly 90° angle with Procyon in the east.

As the two stars Procyon and Altair moved parallel to the equinoctial line, one could see them performing a quarter astral course when they were positioned above the southern point.

The North Pole – Altitudes can be measured from the Earth

On the Nebra Sky Disc the position of the invisible North Pole can be defined by means of three independent clues.The North Pole is determined by the centre of the outer circumpolar star.

 

1.) The height of the North Pole above the horizon is determined on the meridian by the centre of the circuit of the outer circumpolar star, number 8.

 

The North Pole is indicates by connecting line between the ends of the solar arc and the meridian2.) The position of the northern celestial pole is also indicated by the solar arc, depicted in the 3. production phase of the Sky Disc, because the connecting line between its ends intersects with the meridian right in the previously ascertained middle of the circumpolar stars!the course of teh sun between winter and summer solstice and the moon turns

 

3.) The horizon arcs, added in phase 2, represent the course of the sun between winter and summer solstice and as well the moon turns. However, as one can only see the latter from Earth, the golden circular disk now symbolizes the Earth.

The golden circular disk now symbolizes the EarthWe mark the position of the North Pole already known to us and from there we draw a connecting line to the centre of the circular disk. From the North Pole we move 51° to the right and from there we draw the horizon line once again through the centre of the disk. From the other side of the celestial pole we establish the zenith line 39° away, which coincides exactly with